Wohn- u. Geschäftshaus

Landmannstraße 6 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7578
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Landmannstraße 6, 50825 Köln
Baujahr1907
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1907; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach (3 Gauben in der Substanz original, jedoch erneuert); 3 Achsen (Tordurchfahrt links; Ladenzugang Mitte rechts; Hauseingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil; EG mit aufgeputzter Quaderstruktur (Sockelgeschoß); Mittenbetonung der Obergeschosse durch gekoppelte Fenster mit pilasterartiger Rahmung und ornamental geschmückten Brüstungsfeldern (florale Motive); Seitenachsen mit aufgeputzten Rahmungen; profiliertes Traufgesims; Dachgauben wiederholen Fassadengliederung; Fenster und Türen erneuert; zweiflügliges Tor original; Innenhof: backsteinsichtig; Vorder- und Hinterhaus je zweiachsig; seitlich eine Treppenhausachse; stichbogenförmige Fensteröffnungen, Fenster (außer Treppenhausfenster mit Beschlägen) erneuert; je eine originale Gaube auf Vorder- und Hinterhaus; Rückfront: komplett verputzt; 3 Achsen; Fenster erneuert. Innen original: Terrazzobelag im Vorflur (mit Bordüre/Mittelornament), Treppenhaus, Podeste; Deckenstuck im Vorflur (Deckenleiste/Rosette) und Treppenhaus (profilierte Unterzüge); Unterzug im Vorflur rundbogig verblendet (Konsolen maskengeschmückt); Fußleisten im Vorflur/Treppenhaus; Antritts-, Zwischenpfosten, Geländerstäbe und Handlauf in Holz (im Dachgeschoß erneuert); Kellerabgang; Hoftür; WC-Tür und Eingangstür EG; hölzerne Stoßkanten im Treppenhaus; Oberlichter Wohnungsabschlußtüren 2./3. OG; Zimmertüren 2./3. OG Vorderhaus mit Rahmen und Laibungen; weitgehend Grundrisse (außer Einbau von Bädern, vereinzelt Wanddurchbrüche); Decken meist abgehängt; Bestandteil des Denkmals sind auch die Innenhofmauer und die rückwärtige Einfriedungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohnbegietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u. a. entlang der Landmannstraße, die die Verbindung zwischen Subbelrather Straße und Lenauplatz herstellt. Als Geschäftsstraße zählt sie zu den wichtigen Kommunikationszentren des Viertels.In dem in weiten Teilen erhaltenen Straßenbild, bestehend aus Dreiachsenhäusern mit betonter Mittelachse, die auf ein gesteigertes Repräsentationsbedürfnis der Bauherren/Bewohner hinweisen, ist das o. g. Objekt ein wichtiger integraler Bestandteil. Als bauliches Dokument der Entwicklung Neu-Ehrenfelds ist es daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0