Wohn- u. Geschäftshaus

Berrenrather Straße 332 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1731
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Berrenrather Straße 332, 50937 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.11.1983
Stadtteil Sülz

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Sülz, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses Stadtteils außerhalb der Neustadt bzw. der späteren, preußischen Umwallung von 1888 dokumentiert. Die Herrlichkeit Sülz war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, die erst mit der Entwicklung von Ehrenfeld und Lindenthal in das Interesse Kölner Bürger bei der Suche nach neuem Lebens- und Wohnraum geriet. Sehr schnell wuchsen Sülz und Lindenthal zu einem zusammenhängenden Stadtraum heran, der 1887 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die Berrenrather Straße ist als ein weitgehend mit der Erstbebauung noch erhaltenen Straßenraum ein Dokument städtischen Wohnens in der Jahrhundertwende. Das Haus ist insbesondere deshalb erhaltenswert.

Das um 1912 errichtete, viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus weist in den beiden Obergeschossen eine symmetrische Fassade auf. Die Seitenachsen werden durch etwas vorgerundete Erker betont, die drei gekuppelte, hochrechteckige Fenster umfassen. Die beiden Mittelachsen werden im Dachgeschoß bis zu einem flachen Mittelgiebel fortgeführt. Das Gebäude besitzt im (veränderten) Erdgeschoß außer zwei unterschiedlich großen Ladenfenstern (evtl. rechts original) den etwas aus der Mittelachse versetzten Eingang mit der originalen Haustüre. Auch die Holzfenster der Obergeschosse sind original mit Sprossenfenstern im Oberlicht.

Die zurückhaltende Stuckgliederung entspricht der neoklassizistischen Stilperiode um 1912: Eine geometrische Ornamentik in den Brüstungen der beiden Erker, umlaufende, senkrechte Umrahmung der Erker mit Stuckbändern, knappe Fenstergesimse, die aus den die Fenster umlaufenden herausragen. Vor allem aber ist die vom ersten Obergeschoß bis zum Giebel durchlaufende Mittelachse bemerkenswert, die als breites Stuckband ausgebildet ist. Dieses Band wird in Höhe der Traufe im Bereich des Mittelgiebels durch eine breite, flachstegige Balustrade unterbrochen, über der pavillonartig die Stichbogenfenster des Dachgeschosses stehen. Darüber wird die Mittelachse nochmals von einem gleich breiten, horizontalen Band gekreuzt, welches das Giebelfeld einrahmt. In dem Mansarddach befinden sich über den Seitenachsen hohe, bogenförmig abschließende Dachgauben (verkröpftes Kranzgesims).

Im Inneren blieb der Ausbau größtenteils erhalten. Der Eingang zeigt das stiltypische Bild von Terrazzoboden, ornamentierten Wandfliesen und knappem Wand- und Deckenstuck aus Gurtbögen. Sehr schöne Wohnungs- und Zimmertüren, zum Teil Stuckdecken blieben erhalten, wie auch die Terrazzotreppe mit Holzgeländer.

Rückwärtige Fassade in Ziegelmauerwerk mit Hinterhaus und Gärtchen.

Das vollständig erhaltene Gebäude ist für die Berrenrather Straße innerhalb des fast geschlossen erhaltenen Denkmalbereichs unverzichtbar. In Sülz haben glücklicherweise einige Stadträume, wie z.B. die Berrenrather Straße, ihren originalen, zeittypischen Charakter fast vollständig bewahren können. Dies auch nicht zuletzt deshalb, weil die Architektur in ihrer Qualität auch heutigen Ansprüchen mehr denn je entspricht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0