Wohnhaus

Berrenrather Straße 347 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7346
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Berrenrather Straße 347, 50937 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.01.1995
Stadtteil Sülz

Erbaut: um 1912; 3 Geschosse, ausgebautes Giebelgeschoß, 3 Achsen, Mittelachse durch Erker auf rechteckigem Grundriß mit Balkon besonders betont; Putzfassade mit aufgemalten Dekormotiven (Stern an der Giebelspitze, Raute am Balkon) und Stuckgliederungen in Anklängen an den Neoklassizismus. Fenster und Wohnhaustür in der linken äußeren Achse) erneuert. Rückseite backsteinsichtig (EG. verputzt), jeweils zwei Balkone im 1. und 2. OG., Fenster und Hoftür erneuert. Zum Denkmal gehört die den rückwärtigen Garten einfriedende originale verputzte Backsteinmauer im Norden und Osten des Grundstücks. Nicht zum Denkmal gehört der eingeschossige Bau im Südosten des Grundstücks. Im Innern original: Im Eingangsbereich: Wand- und Deckenstuck, teilweise originale Marmorfußleisten; überwiegend originale Wohnungsabschlußtüren, in der EG.-Wohnung: überwiegend originale Zimmertüren.

Sülz war im 19. Jahrundert Standort von Ziegeleien und Kiesgrubenbetrieben. Ab 1845 setzte eine erste und kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine zweite verstärkte Wohnbautätigkeit ein. Das oben genannte Objekt gehört zur letztgenannten Bebauungsphase im mittleren Teilabschnitt der Berrenrather Straße. Zusammen mit seinen zeitlich errichteten Nachbarhäusern Berrenrather Str. 345, 349, 351 und 353, die in relativ gutem Zustand erhalten sind und ein geschlossenes Ensemble bilden, bewahrt das Wohnhaus, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Berrenrather Straße im südöstlichen Kreuzungsbereich zur Gerolsteiner Straße. Es dokumentiert gleichzeitig die Ortsbauentwicklung des 1888 zu Köln eingemeindeten Vororts Sülz. Hier wurden, nachdem die Kölner Stadterweiterung durch Hermann Josef Stübben Anfang des 20. Jahrhunderts weitgehend abgeschlossen war, weitere stadtnahe Wohngebiete planmäßig erschlossen.

Das stadtbildprägende Wohnhaus Berrenrather Str. 347 fügt sich aufgrund seiner Bauhöhe, dem hohen Giebelgeschoß und den neoklassizistischen Gestaltungselementen in die Nachbarbebauung ein. Besonders plastisch tritt der kubusartige, sparsam dekorierte Mittelerker aus der Fassadenfront hervor. Als Gestaltungsmerkmal läßt er eine Orientierung an der Gründerzeit-Architektur der Kölner Neustadt erkennen und spiegelt auch hier das gesteigerte Repräsentationsbedürfnis der einstigen Bewohner an der zentralen Wohn- und Geschäftsstraße wider.

Somit ist das Wohnhaus Berrenrather Str. 347 von baukünstlerischer, ortsgeschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung und unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0