Wohnhaus

Augustastraße 4 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1851
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Augustastraße 4, 51065 Köln
Baujahrum 1910 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.11.1983
Stadtteil Mülheim

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser, bis 1914 selbständigen, Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen und später zur Entstehung von Straßenzügen mit reinem Wohncharakter führte.

Das dreigeschossige Haus mit Giebelgeschoß wurde um 1910/1914 errichtet. Es zeigt eine dreiachsige Fassade mit sparsamem Putzdekor in geometrischem Jugendstil. Ein breiter Erker und ein Frontgiebel betonen die Mittelachse des villenartig wirkenden Reihenhauses. Ein schmaler vor- und ein rückwärtiger Garten unterstreichen den Bestimmungscharakter des Hauses als eines Miethauses für Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen.

Im Hausinneren sind erhaltenswürdig: Terrazzofußboden, Wandfliesen, zwei Putzfriese und Kreuzgewölbe-Stuck im Hausflur und Holztreppe sowie verglaste Wohnungstüren im Treppenhaus.

Städtebaulich stellt das Haus eine Variante des Eckhauses zur Graf-Adolf-Straße (Augustastraße 2) in Giebel, Dachform und Geschoßhöhe dar, die durch eine Reduktion der Dach- und Giebelzone einen Übergang von der akzentuierten Eckgestaltung in die nüchternere Reihenhausbebauung der Straßenfront schafft. Die städtebauliche Bedeutung des Hauses vergrößert sich durch die Tatsache, daß es eins der wenigen Erstbebauungsdokumente dieses Abschnitts der Augustastraße ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0