Wohn- u. Geschäftshaus

Augustastraße 2 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7187
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Augustastraße 2, 51065 Köln
Baujahr1911
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1994
Stadtteil Mülheim

1911 erbaut: Eckhaus zur Graf-Adolf-Str; 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß (Dachbereich über linker Achse zur Augustastr. verändert); 5:3 Achsen, Betonung der abgeschrägten Ecke durch polygonalen Erker über 4 Geschosse und der mittleren Achse zur Augustastr. durch Hauseingang, dreiseitigen Erker über 3 Geschosse und 2 Achsen übergreifenden Giebel; Putzfassaden, ursprüngliche Stuckgliederungen weitestgehend entfernt, nur im EG erhalten; Haustür original; Fenster, Schaufenster und Ladentür erneuert; Vorgärten mit originalen Einfriedungen. Rückseite: Fassade backsteinsichtig; Treppenhaus risalitartig vortretend; Hoftür erneuert; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster weitestgehend erneuert (eine originale Balkontür im 1. OG, alle Treppenhausfenster original mit farbiger Bleiverglasung); Balkone mit originalen Metallgeländern. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich: zweifarbiger Tonfliesenboden, halbhohe Keramikwandfliesen, Wand- und Deckenstuck, Stützbogen zum Treppenhaus; im Treppenhaus: Terrazzoboden, halbhohe hölzerne Wandvertäfelung, Terrazzotreppe mit geschnitztem Antrittspfosten (neues Geländer), Kellertür, Wohnungsabschlußtüren; in dem Wohnungen größtenteils Zimmertüren, teilweise Stuckdecken (im 1. OG unter Abhängung), Holzdielenböden.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des freien Geländes mit Wohnbauten. Die Augustastr. liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Str. in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, deren viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Augustastr. 2 besitzt als Eckgebäude zur Graf-Adolf-Straße, die als repräsentative Allee angelegt ist, prägnante städtebauliche Bedeutung. Trotz der Beeinträchtigungen der Fassaden hinsichtlich des beseitigten ehemaligen Stuckdekors dokumentiert das 1911 errichtete Wohn- und Geschäftshaus die Erstbebauung des "Stadtgartenviertels". Es zeichnet sich durch seine nahezu vollständig erhaltene, qualitätvolle innere Ausstattung besonders aus. Das o.g. Objekt charakterisiert mit den original eingefriedeten Vorgärten das ursprüngliche Erscheinungsbild der beiden Straßenzüge im Kreuzungsbereich und ist deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0