Wohnhaus
Sonderburger Straße 47 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6166 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Sonderburger Straße 47, 51065 Köln |
| Baujahr | 1909 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.08.1991 |
| Stadtteil | Mülheim |
1909 erbaut; 4 Geschosse, Giebelgeschoß, 3 Achsen, Balkone, Erker, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil. Fenster erneuert, 2flügeliges Tor neu. Im Innern original erhalten: in der Durchfahrt Wandfliesen mit Motiven sowie Wand- und Deckenstuck, im Flur Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und barockisierender Treppengeländerabschluß, Wohnungseingangstüranlagen, Zimmertüren mit Laibungen, Dielenfußböden. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau, Fenster teilweise original. Hinterhaus: 1910 erbaut; 3 Geschosse (später ausgebautes DG), 3 Achsen, backsteinsichtig, originale Balkone, Fenster teilweise original, Haustür erneuert. Im Innern original erhalten: Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer, Wohnungseingangstüren, Zimmertüren mit Laibungen, teilweise abgerundete Decken. Originale Einfriedung (schmiedeeiserner Zaun mit Putzpfeiler).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1909 erbaute Haus ist ein qualitätvolles historisches Zeugnis der Mülheimer Stadterweiterung, die infolge des industriellen Wachstums und des damit verbundenen steigenden Wohnraumbedarfs um die Jahrhundertwende erfolgte. Südöstlich, zwischen Vincenz- und Graf-Adolf-Straße, entwickelte sich in deren letzten Phase ein Wohnviertel, welches durch die Nähe zum Stadtgarten und die Gestaltung der Straßen als Alleen alle Voraussetzungen für einen gutbürgerlichen, zeitgemäßen Miethausbau bot. Die Sonderburger Straße - früher Luisenstraße - führte von der Köln-Mindener Eisenbahnlinie bis nach Buchheim und wurde seit 1903 bebaut. Das Gebäude gehört zu den wenigen noch vorhandenen Dokumenten der Erstbebauung, welche zwischen 1907 und 1911 gegenüber dem Friedhof errichtet, mit Jugendstilfassaden unterschiedlicher Prägung gestaltet wurden. Die ganz im geometrischen Jugendstil gehaltene und durch Figurenschmuck sehr individuelle Fassade zeugt von dem Wohlstand und dem Repräsentationsbedürfnis der Bauherrn. Neben der breit angelegten Fassade und der hohen Geschoßzahl dokumentieren der seitliche Anbau an der Rückseite und das querliegende Hinterhaus im rückwärtigen Teil des Grundstücks von dem enormen Wohnraumbedarf der damals wirtschaftlich aufstrebenden Stadt Mülheim. Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines kleinen Gebäudeensembles (Nr. 43, 47, 49), welches insbesondere gegenüber den in dieser Straße verstärkt auftretenden Neubauten zur Veranschaulichung des historischen Erscheinungsbildes der Sonderburger Straße unverzichtbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0