Wohnhaus

Graf-Adolf-Straße 50 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7100
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Graf-Adolf-Straße 50, 51065 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.04.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1910 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; 2 Achsen, Betonung der rechten Achse durch dreigeschossigen Altan auf halbkreisförmigem Grundriß und Giebel; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Neoklassizismus; in linker Achse rundbogiger Hauseingang mit originaler Haustür, daneben 1 rundbogiges Fenster; sonst hochrechteckige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; Vorgarten mit originaler Einfriedung (Eisenzaun auf Mauersockel).

Rückseite: backsteinsichtig, Fenster erneuert, Hoftür original, Eckbalkone mit originalen eisernen Geländern; Anbau: 3 Geschosse, backsteinsichtig, Fenster erneuert. Der anschließende eingeschossige Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals.

Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich ornamentierter Terrazzoboden, halbhohe Wandverkleidung aus farbigen Keramikfliesen, Deckenstuck; im Treppenhaus ornamentierter Terrazzoboden, halbhohe hölzerne Wandleisten, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, Kellertür, Wohnungsabschlußtüren (teilweise in der sprossierten Verglasung erneuert).

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Graf-Adolf-Straße liegt als Allee in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße ein Viertel gehobener Wohnqualität, deren viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Gebäude Nr. 50 nutzt die schmalen Vorgaben durch das Grundstück mit nur zweiachsig angelegter Fassade und langgestrecktem rückwärtigen Anbau optimal aus. Seine vergleichsweise schmale Fassade zeichnet sich innerhalb der übrigen im ausgehenden Jugendstil und beginnenden Neoklassizismus gestalteten Fassaden des Straßenzuges durch sparsame Detailgliederungen und eine bis auf die Einzelheiten der hochrechteckigen Fensteröffnungen ausgedehnte Betonung der Vertikalen aus. Hervorzuheben ist der für die ursprüngliche Bebauung typische Vorgarten, der einschließlich seiner Einfriedung erhalten ist, und zum Denkmalwert des o. g. Objekts als unverzichtbarem Zeugnis der Erstbebauung der Straße beiträgt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0