Wohnhaus
Chamissostraße 4 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1869 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Chamissostraße 4, 50825 Köln |
| Baujahr | 1910 bis 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.11.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Im südlichen Teil ist die von Bäumen bestandene Chamissostraße mit ihren vollständig unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden eine der schönsten und geschlossensten Straßen Kölns.
Das um 1910/1914 erbaute, dreigeschossige Mietstockwerkgebäude steht im östlichen Teil der Chamissostraße und springt mit seiner Fassade von der Straßengrenze bis in Vorgartentiefe zurück. Es steht damit in der westlichen, mit Vorgärten versehenen Reihe der kurzen, außerordentlich heimeligen Wohnstraße, die in der Nr. 20 wieder auf die Straßengrenze vorrückt. Die sich dadurch ergebende, versetzte Front des Hauses wird in vielfältigen, plastischen Gestaltungselementen, vor allem im Dach, verwendet. Der rechte Gebäudeteil ist mit einem sehr kunstvollen Mansard-Walmdach gedeckt, der linke zeigt sowohl einen zeittypischen, hohen Ziergiebel als auch ein kurzes Stück des in Richtung der Häuserzeile verlaufenden Satteldachs. Das im ländlichen Spätklassizismus gehaltene Gebäude besitzt eine Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung. Der teilweise bis zum Fensterbankgesims hochgezogene Sockel ist aus Werkstein. Der Hauseingang auf der linken Seite liegt zurückgesetzt in einer Nische, die von zwei Rundsäulen flankiert wird (originale Eingangstüre). Daneben ist noch ein mit schmalem Stuckrahmen umgebenes Fenster vorhanden, ehe die Fassade mit abgeschrägter Ecke vorspringt und sich in den drei Flächen mit einer Gruppe von drei schmalen Fenstern öffnet. Im ersten Obergeschoß steht über einer Stuckkassette links das gekuppelte Treppenhausfenster mit schmalem Stuckrahmen, die im Geschoß darüber als gekuppelte Rundbogenfenster variiert werden. Rechts wiederholt sich das Fenster des Erdgeschosses im ersten Obergeschoß, darüber erscheinen auch hier zwei gekuppelte Fensteröffnungen. Ein hoher, leicht abgeknickter Giebel umgreift ab erstem Obergeschoß den Fassadenteil, das dritte Obergeschoß ist nochmals geöffnet durch ein niedriges Fensterband mit mittigem Rundbogen, darüber nochmals ein Bodenfenster. Rechts im Dach eine Dachgaube.
Im Inneren ist das renovierte Treppenhaus mit Holztreppe und Holzgeländer bemerkenswert. Zeittypische Bodenfliesen, Stuckdecken mit Kehlleisten und ein reizvoller Türbogen zur Kellertreppe haben sich erhalten. Originale Wohnungs- und Zimmertüren.
Städtebaulich ist die im Ensemble-Bereich Neuehrenfelds gelegene Chamissostraße ein außerordentlich reizvolles Dokument individueller, noch historisierender Wohnbebauung des frühen 20. Jahrhunderts. Zwar ist auch hier in reizvollem Untereinander von sich öffnenden Vorgärten und Straßenfassaden, von Eckdominanten und korrespondierenden Reihenhäusern eine übergreifende Ordnung ablesbar, jedoch repliziert der individuelle Stil der Einzelbauten menschliche Vielfalt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0