Wohnhaus
Chamissostraße 6 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2160 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Chamissostraße 6, 50825 Köln |
| Baujahr | 1910 bis 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.03.1984 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es von Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und von Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backstein-Kirchen in neugotischem Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Im südlichen Teil ist die von Bäumen bestandene Chamissostraße mit ihren vollständig unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden eine der schönsten und vollständig original erhaltenen Straßen Kölns.
Das dreigeschossige, im Stil des ländlichen Spätklassizismus der Jahre um 1910 - 1914 erbaute Mietstockwerkhaus hat zwei Achsen und korrespondiert mit dem linken, benachbarten Gebäude Nr. 8. Es steht in der östlichen, mit Vorgärten versehenen Häuserzeile und ist nicht so aufwendig angelegt wie die Kopfbauten Nr. 4 und Nr. 20. Das Gebäude ist verputzt und mit sehr sparsamem Stuckrahmen um die Fenster.
Der in einer rückspringenden Nische liegende Hauseingang auf der linken Seite wird mit einem Architrav mit ZahnschnittFries überspannt, der auf seitlich vorgesetzten Pfeilervorlagen in Stuck (scheinbar) aufliegt. Dieser Eingang hat in Haus Nr. 8 sein genaues Gegenbild, der Architrav läuft in gleicher Ornamentik durch. Die rechte Achse bildet ein großes, mit schmalem Stuckrahmen umgebenes Fenster, das mit tieferen Kämpfern und kleinteiligen Sprossenfenstern noch die originalen Blend- und Flügelrahmen besitzt (wie alle Fenster).
Im ersten Obergeschoß weist links das Treppenhaus drei gekuppelte, hochrechteckige Fenster auf, während rechts ein mit schmalen Stuckrahmen umgebenes Geschoßfenster angeordnet ist. Im zweiten Obergeschoß schließlich wiederholen sich links die drei gekuppelten Öffnungen des ersten Obergeschosses in verkleinertem Maßstab mit einem eisernen Blumenkasten darunter, rechts steht ein quadratisches Fenster.
Über einem schmalen Dachgesims sind im Satteldach zwei Dachgauben angeordnet.
Die rückwärtige Fassade ist verputzt und weist zwei Balkone auf. Sehr bemerkenswert ist der originale Zaun des Vorgartens.
Im Inneren fällt das aufwendige Treppenhaus auf, das mit seiner gewendelten Holztreppe viel Raum einnimmt. Originale Wohnungs- und Zimmertüren.
Städtebaulich ist die im Ensemble-Bereich Neuehrenfelds gelegene Chamissostraße ein außerordentlich ansprechendes Dokument induvidueller, noch historisierender Wohnbebauung des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Zwar ist auf hier im reizvollen Miteinander sich öffnender Vorgärten und Straßenfassaden, Eckdominanten und korrespondierender Reihenhäuser eine übergreifende Ordnung ablesbar, jedoch dokumentiert der individuelle Stil der Einzelbauten die Vielfalt des Historismus, in der das Einzelgebäude ein wesentlicher Teil des Ganzen ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0