Wohn- u. Geschäftshaus

Leyendeckerstraße 40 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1889
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Leyendeckerstraße 40, 50825 Köln
Baujahr1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.11.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer, da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Leyendeckerstraße liegt im westlichen Industrie-Bereich Ehrenfelds.

Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus ist im Jahr 1902 von dem Architekt Benoit erbaut worden und besitzt eine neuklassizistische Stuckfassade. Im Erdgeschoß ist in der Mitte ein Laden (mit Ladenfenster) angeordnet, darüber befinden sich über einem breiten Bandgesims die beiden symmetrisch aufgeteilten, dreiachsigen Wohngeschosse. Die klassizistischen Übergiebelungen im ersten Obergeschoß geben der Fassade Plastizität. Die Seitenachsen sind durch horizontale Fugen gegliedert. Im Satteldach befinden sich drei symmetrische Gauben.

Im Inneren blieb der gründerzeitliche Terrazzoboden des Eingangs (gemustert) erhalten. Die Treppe ist aus Beton mit originalem Holzgeländer und Antrittspfosten. Teilweise sind auch noch die Wohnungs- und Zimmertüren original erhalten.

Städtebaulich ordnet sich das Gebäude mit einer ausgewogenen Fassade als ein unverzichtbarer Bestandteil der gründerzeitlichen Fassadenfolge von Haus Nr. 34 bis Nr. 40 ein, die die stilistische Vielfalt des Bauens für das einfachere Bürgertum innerhalb des originalen Wohnumfelds dokumentiert. Die etwas später in Jugendstil entstandenen Häuser Nr. 113 bis 101 ordnen sich von der Proportion her den historisierenden Bauten zu, so daß innerhalb des Ensembles ein Dokument stilistischer Vielfalt aus der Zeit nach der Jahrhundertwende als schützenswert erhalten blieb.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0