Wohnhaus
Weißenburgstraße 39 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1909 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Weißenburgstraße 39, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.11.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des nördlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen Eigelstein und den preußischen Befestigungsanlagen Straßen mit Miethäusern für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen entstehen.
Das viergeschossige Haus mit Giebelgeschoß und Toreinfahrt wurde um 1905 errichtet. Die dreiachsige Fassade weist eine Betonung der Mittelachse durch einen über alle Obergeschosse laufenden Erker auf, der mit einem geschweiften Dreieckgiebel mit Rankenwerk im Giebelfeld versehen ist. Der Erker ist durch zwei breite, gebänderte Lisenen umrahmt, an Fensterbrüstungen mit Relief aus Ranken- und Blattwerk verziert und bildet im Giebelgeschoß einen Balkon mit Schmiedeeisengitter. Im ersten und zweiten Obergeschoß des Erkers befinden sich breite, rechteckige, durch zwei Stützen gegliederte Fenster, im dritten Obergeschoß ein ebenso breites Thermenfenster, alle in einem Putzfeld eingefaßt. Die beiden anderen Achsen sind in der Obergeschoß-Zone gleich gestaltet: Hochrechteckige Fenster mit Brüstungsreliefs, einem Fensterbankgesims im dritten Obergeschoß und einem breiten Kranzgesimsfries. Je eine Dachgaube im Mansarddach flankieren den Frontgiebel. Das gebänderte Erdgeschoß zeigt rechts eine breite Toreinfahrt, in der Mitte leichte und links von der Achse verlegte zwei hochrechteckige Fenster und ganz links einen schmalen Eingang.
Das dreiachsige Gebäude ist eine späte und ausgebaute Variante des ehemals für Köln typischen Dreifensterhauses, dessen Hofanbau zu einem geschlossenen Hoftrakt geworden ist. Die Toreinfahrt, die den Zugang zum Hinterhaus in gelbem Backstein ermöglicht, weist weißgrüne Wandfliesen und Deckenstuck auf. Der von allen Seiten geschlossene Hinterhof stellt eine "selbständige Wohnanlage" dar, die einen Siedlungscharakter trägt.
Im Hausinneren findet man eine originale Hausflur-Ausstattung mit Marmor- bzw. Fliesenfußboden und Marmor-Wandverkleidung, gegenläufige Terrazzotreppe mit Podesten, von denen aus je eine Wohnung pro Etage durch breite, mit verglastem Oberlicht versehene Ziertüre erreicht werden kann, Treppenhausfenster mit bleieingefaßter, farbiger Verglasung (Erdgeschoß, erstes und zweites Obergeschoß), Zimmertüren und Deckenstuck in den vorderen Räumen.
Städtebaulich bildet das Haus einen Bestandteil einer Hausfront (Nr. 33 - 39) ähnlicher Häuser (Erdgeschoß mit Tordurchfahrt, dreiachsige Fassade mit Erker, Balkon und Giebel in der Mitte, Dachgauben in relativ niedrigem Mansarddach und Hinterhofhäusern), die somit ein geschlossenes Ensemble darstellen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0