Wohn- u. Geschäftshaus

Weißenburgstraße 37 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6161
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Weißenburgstraße 37, 50670 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1991
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1905; 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebel in der Mittelachse sowie mit 2 orig. Gauben, Tordurchfahrt, 3geschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon (verändert) in der Mittelachse, Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Jugendstil, Fenster des 1. OG's original, sonst verändert, Tür und Tor zur Durchfahrt verändert. Rückseite und seitlicher, den Hof winkelförmig umschließender Anbau backsteinsichtig, Fenster weitgehend verändert (Treppenhausfenster teilweise mit orig. farbiger Bleiverglasung), Türen verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmorboden, weitgehend farbige Wandfliesen zur halben Höhe, Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen; im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, einige Wohnungseingangstüren, Reste von Deckenstuck; im Flur des seitlichen Anbaus Terrazzoboden, Terrezzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten; in der Tordurchfahrt Schrammborde, Fliesen zur halben Wandhöhe, Reste von Deckenstuck. Bestandteil des Denkmals ist auch die seitliche Einfriedungsmauer im Hinterhof.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser- und Riehler Straße, das sogenannte "Gerichtsviertel", wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Mit der als breite Allee angelegten Weißenburgstraße, die in ihrem Verlauf der alten Eisenbahntrasse folgt, hat sich weitgehend ein ganzer Straßenzug in seinem ursprünglichen Charakter erhalten. Das Haus Nr. 37 ist integraler Bestandteil der im wesentlichen erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1904-09 bebauten Straße. Gleichzeitig bildet es mit seinen etwa zeitgleich entstandenen, fassadenähnlichen Nachbarhäusern Nr. 33, 35 und 39 ein Ensemble. Alle vier Gebäude weisen einen streng axialsymmetrischen Aufbau der Fassade mit Giebel und 3geschossigem Erker mit der Mittelachse als markanten vertikalen Akzent auf. In Details, wie den vorwiegend im Jugendstil gehaltenen Stuckgliederungen, sind sie hingegen ganz individuell und vielfältig gestaltet worden. Das Haus Nr. 37, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das historische Erscheinungsbild an der Weißenburgstraße bewahrt, wird somit, auch in Bezug hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0