Wohnhaus
Geibelstraße 20 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1944 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Geibelstraße 20, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.12.1983 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preußischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgbiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sogenannte Krieler Dömchen (katholische Kirche St. Stephan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil des Stadtteils geschaffen (nach der Eingemeindung in die Stadt). Das Wohnhaus Geibelstr. 20 ist das linke einer Gruppe von drei Häusern, von denen das mittlere im Krieg fast unbeschädigt blieb, das rechte völlig zerstört wurde und das o.g. linke schließlich in Dach und Obergeschoß erheblich beschädigt wurde. Es ist zu begrüßen, daß dennoch der linke Teil vom Umriß her und in der Dekoration der beiden Untergeschosse erhalten geblieben ist bzw. rekonstruiert wurde, woraus sich die differenzierte Architektur der gesamten Gebäudegruppe ablesen läßt.
Das Hochparterre des mit Renaissance-Motiven und Elementen der Stadtvilla aufgelockerten Hauses liegt auf einem Sockel, dessen starke und rauhe Stuckquaderung um die Kellerfenster glatt mit klassischem Fugenschnitt ausgeführt wurde. Das starke Stockwerkgesims trägt die darüber liegende, glatte, durchlaufende Brüstung, die ihrerseits mit einem durchlaufenden Fenstergesims abschließt. Die Außenwände des ersten Obergeschosses sind horizontal rustiziert. Rechts sind die beiden rechteckigen, gekuppelten Fenster mit schmalen Stukkrahmen und Diamantquadern geschmückt. Auch das stiltypische Schlußsteinornament kehrt bei allen Fenstern wieder. Die nächste Achse springt risalitartig um etwa einen Meter vor, um dann, nochmals vorspringend, in einen schräg vor die Ecke gestellten Turmsockel einzumünden. Der Fensterschmuck mit schmalem Rahmen, überdeckenden Gesims und Schlußstein wird wiederholt und das gesamte Geschoß mit einem ausgeprägten, von Rosetten verzierten Stockwerkgesims abgeschlossen. Der seitliche Hauseingang liegt unter einem langen, schmalen Balkon, der in der Breite des Gartenrisalits seitlich vor das Gebäude gesetzt wurde. Die Verfliesung der Loggia sowie die Haustüre blieben original erhalten, ebenso die Vergitterung vor den Kellerfenstern. Der hintere Teil des Hauses ist teilweise in Backstein gehalten. Es wurden Balkone angebaut.
Die im hinteren Bereich liegende Holztreppe mit Holzgeländer ist weitgehend aus der Zeit und wird harmonisch ergänzt durch die fast vollständigen Treppenhausfenster in Buntglas und Bleieinfassung. Die Fenster der Vorderfassade sind im Erdgeschoß original, in den Obergeschossen stilrichtig erneuert.
Sehr schön ist auch die historische Einzäunung des Vorgärtchens, das in der Geibelstraße bis zu diesem Haus die gute Wohnlage signalisiert.
Städtebaulich ist das mit Nr. 20 zusammenhängende, villenartige Gebäude ein unverzichtbares Dokument der Originalbebauung der Straße, die leider nur noch in wenigen Resten (sehr ansprechend : Haus Nr. 12) erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0