Wohnhaus

Lochnerstraße 5 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1946
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lochnerstraße 5, 50674 Köln
Baujahrum 1899
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.12.1983
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1899 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit Risalit und Balkon, einer Stuckfassade und einer Vorgarteneinfriedung errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Strukturen neue Stadtbereiche entwickelt und durch städtebauliche Bezüge miteinander verbunden. So entstand im Westen vor der Altstadt zwischen den Ausfallstraßen der Zülpicher Straße und der Lindenstraße die Achse der Roonstraße mit dem sie einhüftig erweiternden Rathenauplatz und dem sie umgebenden Wohnviertel. Die Beethovenstraße, Heinsbergstraße, MeisterGerhard-Straße, Lochnerstraße und Boissereestraße erschließen vom Rathenauplatz ausgehend das umgebende Stadtviertel nach allen Seiten. Dabei greifen die Lochner- und Görresstraße das Grün des Rathenauplatzes mit ihren Vorgärten auf und stellen die Verbindung mit den Vorgärten der Dasselstraße her. In ihrer Aufgabe als Wohnstraße teilen beide Straßen die umgebenden Bauflächen in bewußtem Gegensatz zu den damals bereits bekannten Nachteilen der Berliner Hinterhofbebauungen geplant in kleine, übersichtliche Baublöcke mit relativ geringen Grundstückstiefen auf. Die kurzen, übersichtlichen, durch die Vorgärten erweiterten Straßenräume und deren Fortführung in die gleichartige Dasselstraße stellen gehobene Wohnverhältnisse her. Dieser Rahmen findet andererseits auf dem Rathenauplatz seinen optischen Abschluß in dem Laubwerk des historischen Baumbestands und im Herbst und Winter in der durch seine vier- bis fünfgeschossige Randbebauung gefaßten Platzanlage.

Die Gebäude der Lochner- und Görresstraße sind, worauf bereits die Vorgärten hinweisen, auf größtmögliche Wohnlichkeit und die Teilnahme der Innenräume am Außenraum der Straße eingerichtet, wobei insbesondere Erker und Risalite, deren Erscheinungsformen durch Konsolen, krönende Balkone und Dachgiebel in den Straßenraum eingreifen.

Die zurückhaltend und verschlossen wirkende Formensprache aus Stilelementen der Renaissance, die an dem lasttragenden unteren Teil des Gebäudes angewendet sind, löst eine lichte, mit barockem Blattwerk geschmückte Architektur der oberen Geschosse ab. Die kräftige, horizontale Bänderung der Rustika am ersten und zweiten Obergeschoß und die halbkreisförmigen Bogen der Fenster des ersten Obergeschosses charakterisieren die hohe, die Vegetation des Vorgartens überragende Basis des Gebäudes. Die Brüstungsbänder am zweiten und dritten Obergeschoß, gesäumt von Stockwerks- und Fensterbankgesimsen, umfassen das dritte Obergeschoß von zwei Seiten und streichen damit seine beherrschende Aussage. Das vierte Obergeschoß weist bereits mit seinem Schmuck der Fensterüberdachungen, deren Schwingungen in den Verlauf der Stockwerkgesimse dicht unterhalb des Traufgesimses einbezogen sind, auf die Dachzone und deren Aufbauten hin. Besondere Beachtung fördert der ungewöhnlich weit vorspringende, in den beschriebenen Fassadenaufbau eingebundene Risalit in der ersten Achse von rechts, der über dem dritten Obergeschoß mit einem Balkon abschließt, dessen Vertikalität ein barock geschwungener Dachgiebel über die Trauflinie hinaus überhöht und den gekuppelte Fenster mit entsprechend breiten Überdachungen zusätzlich akzentuieren. Die Kraft dieser Aussage begleiten die beiden linken, in zwei Dachgauben mündenden Achsen und drei überhohe, schlanke, bewußt in den Aufbau der Architektur mit einbezogenen Pfeiler der Vorgarteneinfriedung, welche die Gitter des Vorgartens einfassen.

Die zweiläufigen Treppen mit einem hohen, gedrechselten und geschnitzten Antrittspfosten im Erdgeschoß, gewendelten Stufen an den polygonalen Zwischenpodesten, Geländer und Handlauf sind aus Holz erstellt. Die Wohnungen enthalten Stuckdecken und originale Türen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0