Wohn- u. Geschäftshaus
Chamissostraße 1 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1976 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Chamissostraße 1, 50825 Köln |
| Baujahr | 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.01.1984 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil (St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz) bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Im südlichen Teil ist die von Bäumen bestandene Chamissostraße mit ihren vollständig unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden eine der schönsten und geschlossensten erhaltenen Straßen Kölns.
Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus liegt an der Ecke Chamissostraße / Eichendorffstraße und weist zur Chamissostraße vier, zur Eichendorffstraße drei Achsen auf. Die Ecke ist abgeschrägt und wird in den Obergeschossen von je einem Fenster mit kleinem, vorgesetzten Bakon belichtet. Die Fassade des um 1910 - 1914 gebauten Hauses besteht aus Putz- und Stuckflächen, die, den Dekorationsformen des Jugendstils entsprechend, in rauhen und glatten Segmenten gegeneinander gesetzt sind. Das Erdgeschoß ist (nicht original) rauh verputzt. Die (originale) Eingangstüre liegt in der Chamissostraße, während zur Eichendorffstraße ein Laden sowie zwei große Fenster vorhanden sind. Zur Ecke hin liegt eine Türe für den direkten Zutritt eines Erdgeschoßraumes. Die Obergeschosse sind original erhalten. Zwischen den Fenstern ziehen sich rasterartig in die Senkrechten glatte Putzbänder, die mit waagerechten unter den Fenstern ein Raster bilden. Die Restflächen innerhalb der Brüstungen sind rauh geputzt. Diese Rauhputzfelder erscheinen auch als Abschluß über den Fenstern des zweiten Obergeschosses unterhalb des schmalen Dachgesimses. Eine horizontale Fugenaufteilung, die die Breite der horizontalen Bänder aufnimmt, unterteilt die senkrechten Streifen. Die abgeschrägte Ecke wird in den geputzten Flächen vollständig von diesen horizontalen Fugenbändern unterteilt. Von den vier, zur Chamissostraße weisenden Fenstern je Geschoß sind die äußeren jeweils breiter. Die axiale Aufteilung wird durch einen mittigen Ziergiebel im Dachgeschoß betont, der zwei Fenster umfaßt. Die rauh geputzte Oberfläche wird durch fächerartige Glattputzstreifen unterteilt. Zur Eichendorffstraße werden die Obergeschosse durch einen zweifensterigen Erker betont, neben dem noch zwei weitere Fensterachsen mit der Fassadenstruktur der Chamissostraße stehen. Über dem Erker, der im Dachgeschoß in einem Balkon endet, steht auch hier ein rauh geputzter, mit Glattputzstreifen verzierter Giebel, der jedoch im oberen Teil begradigt wurde.
Im Inneren dokumentieren Terrazzoboden im Eingangsbereich mit Wand- und Deckenstuck (florale Muster) sowie Wandfliesen bis Brüstungshöhe den guten Ausbaustandard auch des einfacheren bürgerlichen Bauens (Terrazzotreppe mit Eisengeländer).
Städtebaulich ist die im Ensemble-Bereich Neuehrenfelds gelegene Chamissostraße ein außerordentlich ansprechendes Dokument individueller, noch historisierender Wohnbebauung des frühen 20. Jahrhunderts. Zwar ist auch hier im reizvollen Miteinander von sich öffnenden Vorgärten und Straßenfassaden, von Eckdominanten und korrespondierenden Reihenhäusern eine übergreifende Planung ablesbar, jedoch dokumentiert der individuelle Stil der Einzelbauten die Vielfalt des Historismus. Das Einzelgebäude ist - auch im Ensemble - unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0