Wohn- u. Geschäftshaus
Kyffhäuserstraße 53 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1989 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kyffhäuserstraße 53, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude Kyffhäuser Str. 53 wurde um 1890 als viergeschossiges, vierachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Kyffhäuserstraße, als diagonale Erschließungsstraße des Wohnviertels zwischen der Zülpicher Straße, der Roonstraße und der Luxemburger Straße, verbindet den Barbarossaplatz, einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas in der Reihe "festlicher Räume" der Ringe, mit der Zülpicher Straße unmittelbar vor der Überführung des Eisenbahngürtels und dem Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie. Das zum Barbarossaplatz hin leicht ansteigende Straßenniveau verdeutlicht die Nähe des Platzes. Der großzügige, aber im Vergleich zu den meisten Straße der Neustadt enge Straßenraum mit zu beiden Seiten gleich hoher, viergeschossiger Altbebauung, deren Traufhöhe von den Neubauten nach der Kriegszerstörung übernommen wurde, bildet ein stehendes, weites Rechteck. Die Wohnlichkeit des Straßenraums, die sich in der Hochstadenstraße und der Heinsbergstraße als verbindende Charakteristik des Viertels wiederholt, öffnet sich an den Enden unmittelbar zu den weiten Räumen der Platzanlagen hin. Die rechtwinkelige Einmündung der Heinsbergstraße und rechtwinkelige Kreuzung der Hochstadenstraße mit Verschleifungen der Ecken beeinträchtigen den Gesamteindruck des Straßenraums nicht und werden erst unmittelbar an den Kreuzungspunkten wahrgenommen.
Die in gleichen Abständen nebeneinander gereihten Fenster der Geschoßebenen und die horizontal dominierenden Überdachungen, in deren Reihenfolge das Dachgesims als Überdachung des dritten Obergeschosses aufgenommen ist, verstärken die Wirkung der Individualität der Geschoßebenen mit ununterbrochenem Lauf ihrer Gesimse, welche jeweils zur Bildung von Gebälk und Verdachung in Fensterbreite über den Fenstern vorspringend verkröpft sind. Das dichte Heranrücken an das Fensterbankgesims des zweiten Obergeschosses und der einzelnen Fensterbänke des dritten Obergeschosses unterstreicht die horizontale Aussage der Überdachungen, die von den Achsen der Fenster vertikal unterschnitten werden. Der im klassizistischen Sinn aufwärts gerichtete, architektonische Ausdruck entsteht durch Verminderung der Gliederungsdichte zwischen den Fensterreihen des zweiten und dritten Obergeschosses und des zu einem schlichten Profil reduzierten Dachgesimses. Die Gliederungsdetails wurden, dem repräsentativen Anspruch der Zeit entsprechend, dem Repertoire der Renaissance entnommen und in abgewandelter Form angewandt.
Den Boden des Hausflurs aus graurotem Terrazzo umgeben von innen nach außen ein roter, grauer und zuletzt ein breiter, schwarzer Streifen als Randrahmung. Die Rahmenecken umschließen mit ihren Achsen winkelhalbierend vier gleiche, stilisierte Pflanzenmotive in rot. Das zweiachsige, zentrale, stilisierte Pflanzenmotiv setzt sich aus schwarzem, grauen und rotem Terrazzo zusammen. Ein halbkreisförmiger Stützbogen über einseitiger Mauervorlage und einem Bodenfeld aus rotem Terrazzo trennt optisch den Hausflur vom Treppenhaus. Die gerade, zwei- und gegenläufige Holztreppe mit einem Holzgeländer, -handlauf, einem gedrechselten Antrittspfosten am angewendelten Lauf des Erdgeschosses, gerahmten Wangenverkleidungen und einem unteren Lauf, dessen Stufen ab dem zweiten Drittel gewendelt sind, umschließt ein weites Treppenauge. Die innen angeschlagenen Wohnungstüren mit tiefen Laibungen und hohen Kämpferhölzern unterstützen die Oberlichter mit vertikaler Sprossenteilung großer, zentraler und schmaler, seitlicher Scheiben. Die Wohnungen enthalten originale Türen, Türlaibungen und Deckenstuck mit Hohlkehlen, Randleisten und zentralen Rosetten.
Die vorliegende Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, insbesondere aufgrund seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Wertes und hinsichtlich der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0