Wohnhaus

Kyffhäuserstraße 57 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2001
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kyffhäuserstraße 57, 50674 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.01.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude Kyffhäuser Str. 57 wurde um 1890 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Kyffhäuserstraße, als diagonale Erschließungsstraße des Wohnviertels zwischen der Zülpicher Straße, der Roonstraße und der Luxemburger Straße, verbindet den Barbarossaplatz, einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas in der Reihe "festlicher Räume" der Ringe, mit der Zülpicher Straße unmittelbar vor der Überführung des Eisenbahngürtels und dem Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie. Das zum Barbarossaplatz hin leicht ansteigende Straßenniveau verdeutlicht die Nähe des Platzes. Der großzügige, aber im Vergleich zu den meisten Straße der Neustadt enge Straßenraum mit zu beiden Seiten gleich hoher, viergeschossiger Altbebauung, deren Traufhöhe von den Neubauten nach der Kriegszerstörung übernommen wurde, bildet ein stehendes, weites Rechteck. Die Wohnlichkeit des Straßenraums, die sich in der Hochstadenstraße und der Heinsbergstraße als verbindende Charakteristik des Viertels wiederholt, öffnet sich an den Enden unmittelbar zu den weiten Räumen der Platzanlagen hin. Die rechtwinkelige Einmündung der Heinsbergstraße und rechtwinkelige Kreuzung der Hochstadenstraße mit Verschleifungen der Ecken beeinträchtigen den Gesamteindruck des Straßenraums nicht und werden erst unmittelbar an den Kreuzungspunkten wahrgenommen.

Die Zwillingsfenster ähnlichen, sehr dicht zueinander gerückten, mittleren Fenster vom Erdgeschoß bis zum dritten Obergeschoß, das gekuppelte, waagerechte Verdachungsgesims am ersten Obergeschoß, die gekuppelten Dreieck-Verdachungen über Einzelgebälken am zweiten Obergeschoß, die gekuppelten Fensterbankgesimse am dritten Obergeschoß und die zentrale Dachgaube verdichten die Wirkung der Spiegelbildlichkeit um die zentrale Symmetrieachse auf dem mittleren Fensterpfeiler der Fassade. Die Dreieck-Übergiebelungen an allen Fenstern des zweiten Obergeschosses, deren waagerechte, seitliche Ansätze über den seitlichen Gewänden der Fenster auf Konsolen aufliegend, stehen in ihrer kraftvollen Aussage in Wechselwirkung zu der Quader-Rustika des Erdgeschosses. Das flächige Stockwerkgesims des Erdgeschosses zu einer einheitlichen Form an das bewegt profilierte Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses herangerückt, wird in verkleinerter, ähnlicher Form als Fensterbankgesims des zweiten Obergeschosses wiederholt, eine Reihung, die mit dem flachen Traufgesims als drittem Element abschließt. Das dritte Obergeschoß unterstreicht mit seinen Einzel-Fensterbankgesimsen in Breite der Überdachungen des zweiten Obergeschosses die repräsentative Wirkung des dominierenden zweiten Obergeschosses. Entsprechend endet auch die, verglichen mit der des Erdgeschosses, flächige Rustika am ersten und zweiten Obergeschoß in Verdachungshöhe des zweiten Obergeschosses. Die eigenständige Architektur bedient sich des formalen Repertoire der Renaissance.

Den rot-weiß-braunen Terrazzo-Boden des Hausflurs umgibt von innen nach außen eine schwarze, braune und breite schwarze Randrahmung, deren Ecken stilisierte Pflanzenmotive umschließen und deren Symmetrieachsen die Winkelhalbierenden bilden. Die Mitte des Bodenspiegels bildet ein stilisiertes Pflanzen- und Blütenwerk aus schwarzem, braunen und roten Terrazzo. Die Hohlkehle des Deckenstucks umgibt das breite Profil einer Wand- und das schmalere Profil der Deckenfeldrahmung. Die reich verzierte Mittelrosette trägt die Umrisse geometrischer Grundformen, einem Rechteck, dem an den Ecken Quadrate und in der Mitte der Seiten Halbkreise angesetzt sind und dessen Mitte als hängender Zapfen in gebündeltes Laub um einen kugelförmigen Knauf übergeht. Den optischen Übergang zum Treppenhaus bildet ein halbkreisförmiger Stützbogen über zwei Mauervorlagen. Den rot-weiß-braunen Terrazzoboden des Treppenhauses umgibt ein weißer Mosaikstreifen und eine breite, schwarze Randrahmung. Die gerade, zweiläufige und gegenläufige Holztreppe mit gerahmter Wangenverkleidung trägt ein Holzgeländer mit Holm und einem gedrechselten, geschnitzten Antrittspfosten. Die Wohnungen enthalten Stuckdecken und originale Türen mit Türlaibungen.

Die vorliegende Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, insbesondere aufgrund seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Wertes und hinsichtlich der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0