Wohnhaus
Kyffhäuserstraße 51 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2133 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kyffhäuserstraße 51, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude Kyffhäuser Str. 51 wurde um 1890 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Kyffhäuserstraße, als diagonale Erschließungsstraße des Wohnviertels zwischen der Zülpicher Straße, der Roonstraße und der Luxemburger Straße, verbindet den Barbarossaplatz, einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas in der Reihe "festlicher Räume" der Ringe, mit der Zülpicher Straße unmittelbar vor der Überführung des Eisenbahngürtels und dem Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie. Das zum Barbarossaplatz hin leicht ansteigende Straßenniveau verdeutlicht die Nähe des Platzes. Der großzügige, aber im Vergleich zu den meisten Straße der Neustadt enge Straßenraum mit zu beiden Seiten gleich hoher, viergeschossiger Altbebauung, deren Traufhöhe von den Neubauten nach der Kriegszerstörung übernommen wurde, bildet ein stehendes, weites Rechteck. Die Wohnlichkeit des Straßenraums, die sich in der Hochstadenstraße und der Heinsbergstraße als verbindende Charakteristik des Viertels wiederholt, öffnet sich an den Enden unmittelbar zu den weiten Räumen der Platzanlagen hin. Die rechtwinkelige Einmündung der Heinsbergstraße und rechtwinkelige Kreuzung der Hochstadenstraße mit Verschleifungen der Ecken beeinträchtigen den Gesamteindruck des Straßenraums nicht und werden erst unmittelbar an den Kreuzungspunkten wahrgenommen.
Das Erdgeschoß schließt mit einem kantigen, die Auflast der Obergeschosse veranschaulichenden Stockwerkgesims ab. Von den optisch überhöhten Obergeschossen schließen das erste und zweite mit den Fensterbankgesimsen des jeweils darauf folgenden ab, das dritte Obergeschoß mit dem Dachgesims. Die Wirkung dieser Gesimse unterstreicht ihre vom ersten Obergeschoß bis zum Dach von Geschoß zu Geschoß größer werdende Auskragung. Dem entgegengesetzt weisen die Dreieck-Überdachungen der dicht nebeneinander liegenden Fenster des ersten Obergeschosses weiteste Auskragung und umfangreichstes, formales Volumen auf, gegenüber den horizontalen, balkenförmigen Verdachungen am zweiten Obergeschoß unter den Schmuckformen flacher Entlastungsbogen und der fast flächigen, fries-artigen Einfassung der Fensterstürze des dritten Obergeschosses, bestehend aus flachbogigen Sturz-Mauerungen, einer mäander-artigen Einfassung, welche die Fenstergewände in ihrem oberen Drittel miteinander verbindet, geschmückt mit aufgesetzten Blättern in Höhe der Schlußsteine. Der horizontal bändernde Fugenschnitt, am ersten Obergeschoß tiefer und ausdrucksstärker als an den Geschossen oberhalb, endet auf den Fensterpfosten unter den das Traufgesims einleitenden Schmuckformen. Die im Grunde klassizistische Architektur bereichern Formelemente der Renaissance, die in repräsentativem Sinn abgewandelt wurden.
Der Deckenstuck im vorderen Teil des Hausflurs besteht aus einer umlaufenden Hohlkehle, einer inneren Feldrahmung und einer zentralen, elliptischen Rosette. Beide Läufe der geraden, gegenläufigen Treppe sind in ihrem Anschluß am Zwischenpodest angewendelt. Die Treppenanlage mit Geländer, Holm und einem gedrechselten Antrittspfosten im Erdgeschoß ist einheitlich aus Holz konstruiert. In den Wohnungen sind originale Stuckdecken erhalten.
Die vorliegende Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, insbesondere aufgrund seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Wertes und hinsichtlich der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0