Wohnhaus

Dasselstraße 8 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2066
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Dasselstraße 8, 50674 Köln
Baujahrum 1892
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1892 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Dasselstraße verläuft längs der Eisenbahnlinie und verbindet als Bestandteil der Straßenfolge Moltkestraße/Lützowstraße/Dasselstraße/Moselstraße/Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließen, die beiden Sternplätze vor der Eisenbahnüberführung der Ausfallstraßen Lindenstraße und Zülpicher Straße miteinander. An der zum Rathenauplatz hin gelegenen Straßenwand nimmt die Neubebauung nach der Kriegszerstörung die Traufhöhe der beidseitig viergeschossigen, historischen Gebäude auf. An der zur Bahn hin gelegenen Seite gegenüber wird die Traufhöhe der historischen Gebäude von den Neubauten im großen und ganzen unterschritten. Der Straßenraum wird optisch an der Einmündung in die Zülpicher Straße von dem historischen Stahlbauwerk der Eisenbahnüberführung und deren Einfassung mit polygonalen, überhöhten Pfeilern und an ihnen bogenförmig hinauf verlaufenden Böschungsmauern aus rustiziertem Quadermauerwerk einerseits und vor der Bahnüberführung an der Lindenstraße die Platzbebauung und Hausfront an der Einmündung der Lützowstraße mit den historischen Gebäuden Lützowstraße 7 und 9 andererseits räumlich geschlossen. Ein charakteristisches Merkmal der Parks und Platzanlagen der Neustadt ist in den vom Rathenauplatz ausgehenden Straßen die Vegetation des Platzes durch Baumbestand in der Beethovenstraße und Roonstraße und Vorgärten in der Lochnerstraße und Görresstraße, die sich auf beiden Seiten der Dasselstraße bei zurück versetzter Straßenflucht fortsetzen. Die letzten Gebäude vor der Einmündung der Dasselstraße in die Lindenstraße nehmen die Flucht der vorderen Begrenzung der Vorgärten auf. Den Übergang bilden die Gebäudeformen der sich gegenüber liegenden Häuser Dasselstraße Nr. 79 und 66.

Die horizontal gebänderte Rustika der Mauerpfeiler zwischen den Fenstern, die geschlossene Fläche des vorspringenden Erdsockels, der mit einem wulstigen Fensterbankgesims am Erdgeschoß abschließt, und das kräftig dimensionierte Stockwerkgesims verdeutlichen die tragende Funkiton des Erdgeschosses. Das auf einem Fries aus voluten-förmigen Konsolen gestützte Dachgesims schließt das als Einheit konzipierte erste bis dritte Obergeschoß oberhalb ab. Die von Geschoß zu Geschoß nach oben hin abnehmenden Fensterhöhen überhöhen die Fassade optisch in klassizistischer Tradition und in zentralperspektivischem, nach rückwärts gerichteten Gegensatz. Zu den Fassaden breit verlaufende, von Geschoß zu Geschoß weiter auskragende Fensterbankgesimse, deren Reihe mit dem Dachgesims als weitester Auskragung abschließt. Die Rechtekkrahmungen der in gleichen Abständen gereihten Rechteckfenster, die mit einem erhabenen Randprofil abschließen, verbinden untereinander flache, horizontale Stuckbänder auf dem Fensterbankgesims und in Zweidrittel-Höhe der Rahmen.

Der Boden des Hausflurs besteht aus diagonal und im Wechsel verlegten, schwarzen und weißen Fliesen mit schwarzer Randrahmung. Der auf Pilastern gestützte, halbkreisförmige Stützbogen mit profilierten Seiten bildet den Eingang zum Treppenhaus. Der Treppenhausboden ist in demselben Dekor gefliest wie der Hausflur. Die einläufige, gegenläufige Holztreppe mit Holzgeländer und Holzholm ist in der Mitte um 180 Grad linksdrehend gewendelt. Die Fenster sind im Original erhalten. Vom Ausbau der Wohnungen sind die originalen Türlaibungen aus Holzrahmung mit Füllungen und Blendrahmen erhalten.

Die vorgelegte Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, und zwar insbesondere hinsichtlich seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Werts und der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0