Wohnhaus
Schulze-Delitzsch-Straße 78 · Raderthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2140 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schulze-Delitzsch-Straße 78, 50968 Köln |
| Baujahr | 1901 bis 1902 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.02.1984 |
| Stadtteil | Raderthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Raderthal, da es die Erstbebauung des freien Geländes zwischen Brühler Straße und Höninger Platz und somit die Entstehung dieses Kölner Vororts dokumentiert. Hier, südlich der Stadt, ließen sich seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts viele, vor allem chemische, Betriebe nieder (A. Boedecke, J. Felten, Geller und Tutt, C.A. Guilleaume, T. Kotthoff u.v.a.). In der Nähe dieser Industrie-Unternehmen verschaffte seit 1900 eine Arbeiter-Siedlungsgenossenschaft vielen ihrer Mitglieder neben einigen Mehrfamilienhäusern vornehmlich Einfamilien-Eigenheime in rotem Backstein.
Das Haus ist zweigeschossig und wurde 1901/1902 nach Plänen von E. Endler als Bestandteil einer siedlungsartigen Bebauung der Schule-Delitzsch-Straße errichtet. Es zeigt eine zweiachsige Fassade, großteils aus rotem Backstein, in einer stilistischen Anlehnung an die deutsche Renaissance mit heimatlichem Anklang. Die zweite Achse bildet optisch einen Turm, der in einen Treppengiebel gipfelt. Die Betonung der Vertikalen ist hier durch die Verteilung von unterschiedlich großen Segmentbogen-Fenstern optisch verstärkt (im Erdgeschoß zwei, im Obergeschoß ein breites, im Giebelfeld ein schmales Fenster, alle mit originaler Sprossengliederung). Die erste Achse zeigt im Erdgeschoß einen Segmentbogen-Eingang (originale Haustüre mit Oberlicht) mit einer Zinnen-Bekrönung. Im Obergeschoß, das weiß verputzt ist und optisch zur Putzfassade des Nachbarhauses Nr. 80 gehört, liegt ein Segmentbogen-Fenster mit Bekrönung aus rotem Backstein und originler Fenstergliederung.
Im Haus Inneren gehören eine steile Holztreppe, Zimmertüren, Wandfliesen in der Küche und Fußbodenfliesen im Flur zur originalen Ausstattung des Hauses und bezeugen die hohe ästhetische Qualität dieses ehemaligen Arbeiterwohnhauses.
Das Haus ist Teil einer Hausgruppe (Nr. 78 - 84), die eine mit "Ecktürmen" (Treppengiebel) markierte Reihe ähnlicher, zweigeschossiger Baueinheiten bildet. Diese Häusergruppe ist ihrerseits Bestandteil einer ästhetisch einheitlichen Bebauung der Schulze-Delitzsch-Straße (deutsche Renaissance mit Heimatanklang in Backstein und Putzkombination), die ein charakteristisches Bild Raderthals bietet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0