Wohnhaus

Schulze-Delitzsch-Straße 82 · Raderthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8040
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schulze-Delitzsch-Straße 82, 50968 Köln
Baujahr1902 bis 1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.01.1997
Stadtteil Raderthal

Erbaut 1902/03; Bestandteil einer einheitlich angelegten Reihenhausbebauung der Architekten Endler, Klee, Renner und Moritz (Schulze-Delitzsch-Str. 75 - 95, 78 - 104).

Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Satteldach (mittig erneuerte zweifenstrige Gaube); 2 Achsen (Eingang links); EG backsteinsichtig, OG nachträglich mit Riemchen verkleidet; Fenster erneuert (Holz, Einscheibenfenster; Stichbögen verblendet); Hausstür original; Dacheindeckung und Verkleidung der Gaube erneuert.

Bestandteil des Denkmals ist auch der schmale rückwärtige Garten.

Nach der Ansiedlung von Handwerks- und Industriebetrieben im späten 19. Jahrhundert erfährt Raderthal eine erste bedeutende städtebauliche Prägung mit der genossenschaftlich erstellten Wohnsiedlung an der Schulze-Delitzsch-Straße. Die im Auftrag der Arbeiterwohngenossenschaft Köln-Süd errichtete Siedlung - bestehend aus 34 (ehem.) Zweifamilienhäusern - ist ein typisches Beispiel für den genossenschaftlich errichteten Arbeiterwohnungsbau, wie er in Köln noch in vergleichbarer Form in Sülz (Scherfginstraße), Neuehrenfeld (Chamisso- u. Landmannstraße) und in Nippes (Eisenachstraße) besteht.

Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil einer einheitlichen Straßenbebauung von stilistisch gleichartigen, in Einzelformen jedoch individuell gestalteten Häusern. So war das Haus Nr. 82 in seiner Fassadengestaltung durch einen Wechsel von Backsteinmauerwerk und Putzfläche (heute mit Riemchen verkleidet) charakterisiert. Die Haustür wird durch eine portalartige Backsteinrahmung markant betont. Weitere Baudetails wie die Aufsockelung des EG-Fensters oder die backsteinsichtigen Stichbögen der OG-Fenster machen den individuellen Charakter des Gebäudes aus.

Die Innenraumaufteilung war ursprünglich in beiden Geschossen gleich (1 Küche mit besonderem Spülraum, 2 Zimmer, Diele und WC), so daß die Möglichkeit bestand, eine Etage als gesonderte Wohnung zu vermieten, um die monatlichen Belastungen für den Kaufanwärter zu reduzieren.

In diesem Zusammenhang ist auch der rückwärtige Garten zu erwähnen, der - ursprünglich als Nutzgarten angelegt - zumindest eine Teilversorgung der Bewohner mit Obst und Gemüse sicherstellen sollte und so die finanziellen Belastungen reduzieren half. Wegen dieser besonderen Funktion ist der rückwärtige Garten integraler Bestandteil des Denkmals.

Dem Architekten Eduard Endler (1860 - 1932) und seinen Mitarbeitern gelang es, dem gesamten Straßenzug eine durch individuell gestaltete Wohnhäuser abwechslungsreiche und dennoch zusammenhängende Prägung zu geben. Für diese historisch und städtebaulich bedeutende Planung erhielt er 1902 auf der Düsseldorfer Ausstellung die Goldene Medaille für das Arbeiterwohnhaus in der Gruppe Wohlfahrtseinrichtungen. Diese bereits frühe Würdigung der Siedlung markiert einerseits einen Höhepunkt der gestalterischen Bemühungen des Architekten Endler und seiner Mitarbeiter im preiswerten und dennoch qualitätvollen Wohnraum und andererseits die Frühphase der Kölner Siedlungsbaugeschichte als deren integraler Bestandteil das o. g. Objekt trotz einiger Veränderungen unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0