Pfarrhaus
Kalker Hauptstraße 244 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2162 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Pfarrhaus |
| Adresse | Kalker Hauptstraße 244, 51103 Köln |
| Baujahr | 1869 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.03.1984 |
| Stadtteil | Kalk |
Das o. g. Objekt, Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde St. Marien, ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1869 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Kirchengemeinde St. Marien und den Kölner Industrievorort Kalk. Die 1856 erfolgte Erhebung zur Pfarre, das 1863-1866 in neugotischem Stil von Vincenz Statz errichtete Gotteshaus und das 1869 nach Plänen von V. Statz erbaute Pfarrhaus stehen in unmittelbarem, historischen Zusammenhang mit der in der Mitte des vorigen Jahrhunderts beginnenden industriellen Entwicklung Kalks. Mit der Ansiedlung großindustrieller Betriebe erfolgte ein immenser Bevölkerungszuwachs, dem die Kirche Rechnung trug. St. Marien und Pfarrhaus sind dafür noch heute ein weithin sichtbares und anschauliches Dokument.
Mit seinen fünf Achsen, seinen zwei Geschossen und seinem Giebelgeschoß hat das vorliegende Objekt einen für Pfarrhäuser verhältnismäßig monumentalen Charakter. Das Gebäude ist in gelbem Backstein ausgeführt und in neugotischem Stil gehalten. Nur die nicht in unmittelbarem, visuellen Ensemble mit dem Gotteshaus gelegene Rückfront ist in rotem Backstein errichtet.
Der mit seinen Backsteinfriesen, Lisenen, Rücksprüngen und Spitzbögen kleinteilig gehaltene Dekor der Straßenfront ist gegenüber der großflächigeren Gliederung der zur Apsis der Kirche hin ausgerichteten Seitenfront hervorgehoben und kennzeichnet sie deutlich als Hauptfassade. Besonders aufwendig sind die drei linken Achsen mit dem abgetreppten Giebel (gotischer Stufengiebel) gestaltet. Dort ist auch der Haupteingang des Gebäudes angelegt. Der durch ein profiliertes Gewände mit Stichbogen hervorgehobene Eingang führt in drei Stufen zum Hochparterre empor.
Im Inneren hat das vorliegende Objekt seinen originalen Grundriß zumindest weitgehend bewahrt. Neben der Holztreppe mit gedrechselten Sprossen und Antrittspfosten sind von der originalen Ausstattung noch die polychromen Fußbodenfliesen in der Küche und eine profilierte Türe mit Verglasung und original zugehörigen Messing-Klinken im ersten Obergeschoß hervorzuheben. Im Wohnraum des ersten Obergeschosses ist auch der originale Holzfußboden überkommen (dieser jedoch von einem neuen Parkettboden überdeckt). Nach hinten hinaus hat sich noch die originale Waschküche mit kleinen Rundbogenfenstern erhalten.
Auf dem Grundstück des Gebäudes findet sich eine originale Toreinfahrt mit Eckpfosten, zudem die - teilweise aufgestockte - Backstein-Mauerung. Der Garten zeigt noch die originale Wegführung.
Zusammen mit St. Marien bildet das vorliegende Objekt ein Ensemble von besonderem, städtebaulichen Wert, zumal es sich um eine architektonische Gesamtkonzeption handelt. Darüber hinaus bildet es eine Einheit mit dem 1898 errichteten Gebäude der Sünner-Brauerei (Kalker Hauptstraße 260), das in seinem Stil, den Einzelformen (u.a. Stufengiebel) und dem Fassadenmaterial in unmittelbarer Korrespondenz zu dem Pfarrhaus erbaut wurde. Die Unterschutzstellung des vorliegenden Objekts ist daher aus der Sicht der Denkmalpflege unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0