Wohnhaus
Franzstraße 69 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2182 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Franzstraße 69, 50935 Köln |
| Baujahr | um 1913 bis 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.04.1984 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preußischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sogenannte Krieler Dömchen (der katholischen Kirche St. Stephan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil nach der Eingemeindung Lindenthals geschaffen. Die Franzstraße überquert den Gürtel und verbindet so das Siedlungsgebiet um den Krieler Dom mit dem heutigen Universitätsgelände.
Die fünfachsige Eckvilla an der Rückertstraße wurde im Heimatstil etwa 1913/1914 errichtet. Der geputzte Bau ist zweigeschossig mit einem zusächlichen Dachgeschoß, das von hohen, geschwungenen Giebeln zu beiden Straßen hin gebildet wird. Sparsame Stuckornamentik um die ovalen Dachfenster unterstreicht den Stil des Gebäudes, zu dem die originalen Holzfenster mit Sprossen sowie die originale Eingangstüre zählen. Der Sockel ist in Werkstein und trägt das Hochparterre, das über die originale Terrazzotreppe betreten wird. Ein eingeschossiger Erker ist mit zeittypischem Übergang vom eckigen zum runden Grundriß fast mittig vorgesetzt.
Die Fassade zur Rückertstraße zeigt eine malerische Vielfalt der Fenster, die hier schon deutlich funktional ausgebildet sind. Originale Vorgärten mit alten Bäumen, ebenfalls im Stil um 1912.
Im Inneren blieb der Ausbau original erhalten, der sich auch in den besonders hohen Räumen des Hochparterre dokumentiert. Originale Gußheizkörper, Innentüren und Kehlleisten an den Decken, Holztreppe (Eiche) mit Holzgeländer.
Städtebaulich ist das Eckgebäude deutlich mit den in der Rückertstraße stehenden, zeitgenössischen Bauten ein Dokument des villenartigen Mietwohnungsbaus, der am Ende des Historismus vor 1914 steht. Es ist ein Teil einer ehemaligen Vorstadtbebauung jenseits des Gürtels, die schon kurz danach in die städtische Blockbebauung einbezogen wurde.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0