Wohnhaus
Franzstraße 60 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6628 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Franzstraße 60, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.09.1992 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut um 1920, mittlerer Teil der nahezu spiegelsymmetrisch aufgebauten Dreihäusergruppe Franzstraße Nr. 58-62 im Stil der Gemäßigten Moderne (Heimatstil), 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß und Spitzboden, 3 Achsen, Hauseingang mit Treppe (seitliche Mauern später verfliest und mit Geländer versehen) und Eingangsüberdachung auf der rechten Außenachse, Putzfassade mit Stuckgliederungen, hoher geschweifter Giebel, Walmdach; Fenster (mit Schlagläden) und Haustür original.
Rückfront: Balkon (OG) in Hausbreite, Terrasse im EG (Sockelzone und z. T. Boden später verfliest), 2 Gauben. Im Innern original erhalten: Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten, Zimmertüren (Beschläge verändert), Deckenstuck in den Wohnräumen (EG), Fliesen im Bad (OG). Bestandteil des Denkmals ist auch die Gartenanlage mit Vorgarten.
Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung der Grünanlagen erfolgte eine Wohnbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte. Das o. g. Objekt, welches mit den Nachbarhäusern Nr. 58 und 62 eine bauliche Einheit bildet, ist integraler Bestandteil der Franzstraße, einer Wohnstraße, die parallel zur Gleueler Straße stadtauswärts verläuft. Da der Vorort durch seine Lage in der Einflugschneise der Bomber im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört worden ist, gehört die Dreihäusergruppe zu den wenigen erhaltenen Bauten, die den ursprünglichen Charakter der historischen Wohnstraße dokumentieren. Künstlerisch bedeutend ist der Bautenkomplex als Beispiel der "Gemäßigten Moderne" Anfang der Zwanziger Jahre, welche auf Stuckdekorationen und sonstigen Zierrat bereits weitgehend verzichtet und die Fassaden lediglich durch die Einschnitte von Fenstern und Türen gliedert. Andererseits greift der Architekt im Aufbau - spiegelsymmetrisch mit betonter Mittelachse mit Ziergiebel -, der Breitenlagerung oder auch dem leicht eingeknickten, überhängenden Walmdach auf die Herrenhausarchitektur um 1800 zurück und verleiht der Bautengruppe dadurch einen eleganten Eindruck, der durch die Schlagläden und die durchgängig mit Sprossen unterteilten Fenster noch unterstrichen wird. Die gelungene Kombination von fortschrittlichen und traditionellen Elementen läßt auf den Entwurf eines bekannten Architekten schließen. Wesentlicher Bestandteil ist dabei auch die Gartenanlage, die als wesentliches Merkmal zum Typus der Gesamtanlage gehört.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0