Wohnhaus
Franzstraße 58 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6417 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Franzstraße 58, 50931 Köln |
| Baujahr | Anfang 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1992 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut Anfang der 1920er Jahre, rechter Teil der nahezu spiegelsymmetrisch aufgebauten Dreihäusergruppe Franzstraße Nr. 58-62 mit betontem Mitteltrakt im Stil der "Gemäßigten Moderne", 2 Geschosse, 3 Achsen, Hauseingang mit Freitreppe und Eingangsüberdachung auf der rechten Außenachse, Putzfassade mit Gliederungen, Walmdach mit 2 straßenseitigen Gauben; orig. Haustür, Fenster (mit Schlagläden) verändert. Seitenfassade mit Zwerchhaus. Rückfront im Erdgeschoß durch An- bzw. Umbau verändert.
Bestandteil des Denkmals ist auch die Gartenanlage mit dem in der Gestaltung veränderten Vorgarten.
Nicht Bestandteil des Denkmals ist der seitliche Garagenanbau.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung der Grünanlagen erfolgte eine Wohnbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte. Das o. g. Objekt, welches mit den Nachbarhäusern Nr. 60 und 62 eine bauliche Einheit bildet, ist integraler Bestandteil der Franzstraße, einer Wohnstraße, die parallel zur Gleueler Straße stadtauswärts verläuft. Da der Vorort durch seine Lage in der Einflugschneise der Bomber im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört worden ist, gehört die Dreihäusergruppe zu den wenigen erhaltenen Bauten, die den ursprünglichen Charakter der historischen Wohnstraße dokumentieren. Künstlerisch bedeutend ist der Bautenkomplex als Beispiel der "Gemäßigten Moderne" Anfang der Zwanziger Jahre, welche auf Stuckdekorationen und sonstigen Zierrat bereits weitgehend verzichtet und die Fassaden lediglich durch die Einschnitte von Fenstern und Türen gliedert. Andererseits greift der Architekt im Aufbau - spiegelsymmetrisch mit betonter Mittelachse mit Ziergiebel -, der Breitenlagerung oder auch dem leicht eingeknickten, überhängenden Walmdach auf die Herrenhausarchitektur um 1900 zurück und verleiht der Bautengruppe dadurch einen vornehm eleganten Eindruck, der durch die Schlagläden und die ehemals durchgängig mit Sprossen unterteilten Fenster noch unterstrichen wird. Die gelungene Kombination von fortschrittlichen und traditionellen Elementen läßt auf den Entwurf eines bekannten Architekten schließen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0