Wohnhaus
Heinsbergstraße 29 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2184 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Heinsbergstraße 29, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.04.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Heinsbergstraße verbindet eine Schmalseite, die Südostseite des Rathenauplatzes, mit der Zülpicher Straße und der Kyffhäuserstraße. Sie besteht aus zwei etwa gleich langen Straßenabschnitten mit Richtungswechsel ihrer Kreuzung mit der Zülpicher Straße. Der Abschnitt zwischen Rathenauplatz und Zülpicher Straße verläuft etwa parallel zur Roonstraße, der Straßenabschnitt zwischen der Zülpicher Straße und Kyffhäuserstraße parallel zur Hochstadenstraße. Beide Abschnitte finden an der Kreuzung Zülpicher Straße ihren optischen Abschluß durch die Eckhäuser mit den anschließenden Straßenfronten der Heinsbergstraße und Zülpicher Straße. Von der Zülpicher Straße aus gesehen, endet der wohnliche Charakter des Straßenraums mit dem stehenden Rechteck seines Querschnitts als Ausblick auf den Bestand historischer Bäume und der lichten Weite des Rathenauplatzes. Der Straßenraum in Richtung Kyffhäuserstraße endet mit der historischen Hausfassade Kyffhäuserstraße 33. Die Heinsbergstraße hat wie die Lochnerstraße und Görresstraße als Wohnstraße die Aufgabe, die umgebende Bebauung in kleinere, übersichtliche Areale aufzuteilen, deren relativ geringe Grundstückstiefen eine Hinterhofbebauung nach Berliner Art vermeiden und trotz hoher Nutzung der Grundstücksfläche eine im allgemeinen offene, rückwärtige Bebauung aufweisen.
Die Last tragende Eigenschaft des Unterbaus bringt das Erdgeschoß mit dem Erdsockel und dem ihn abschließenden Fensterbankgesims, der glatten, gebänderten Rustika an den Fensterpfeilern, dem in Dreiviertelhöhe der Fenster ansetzenden, um die scheidrechten Stürze der Fenster aufgekröpften Gesimse liegenden, fensterbreiten Rechtecke in Glattputz mit zentralem Diamantwürfel und einem abschließenden Stockwerkgesims zum Ausdruck. Die etagenweise individuell konzipierten Fensterreihungen beginnen jeweils auf Fensterbankgesimsen, deren Reihung nach oben hin, von Geschoß zu Geschoß stärker ausgeprägt, - das Fensterbankgesims des dritten Obergeschosses liegt auf Konsolen in Verlängerung der seitlichen Gewände - mit einem kompakten, relativ kurz auskragenden Dachgesims endet. Dem entgegengesetzt vermindern die Fensterüberdachungen, aufwärts gesehen, ihre Kragweite bis hin zu den flächigen Feldern liegender Rechtecke, die über den Fenstern des dritten Obergeschosses, zusammen mit einem um die Fensterstürze aufgekröpften Gesims, das am Erdgeschoß beschriebene Motiv (über den Fenstern und dem Hauseingang) wiederholen. Den somit beschriebenen, horizontalen Aufbau der Fassade durchdringt die vertikale Struktur der Fensterachsen, deren Fenster, klassizistischer Tradition entsprechend, mit von Geschoß zu Geschoß nach oben hin abnehmenden Fensterhöhen, die Erscheinung der Gesamtfassade vergrößern. Die Rahmen der Dreieckverdachungen des ersten Obergeschosses, die sich auf kurze Konsolen im Sturzfeld über den seitlichen Fenstergewänden stützen, umschließen die Darstellung stilisierter Blüten. Die Gestaltungselemente sind aus der Renaissance abgeleitet und dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend angewendet.
Den Boden des Hausflurs in rotem, weißem, schwarzem Terrazzo umgibt ein vierreihiger Mosaikstreifen mit innerer Reihe aus abwechselnd schwarzen und hellbraunen, im übrigen weißen Steinen und eine schwarze Randrahmung. Die profilierten Fußleisten leiten zur Wandfläche über. Den Zugang zum Treppenhaus bilden zwei Mauervorlagen, die einen halbkreisförmigen Stützbogen mit profilierten Kanten tragen. Den Treppenhausboden aus rotem, weißem, schwarzem Terrazzo umgibt ein Mosaikstreifen aus abwechselnd weißen und gelben Steinen und eine schwarze Randrahmung. Die gerade, zwei- und gegenläufige, rechtswendende Holztreppe mit gewendelten Antrittsstufen im Erdgeschoß begleiten ein Holzgeländer mit -handlauf und ein gedrechselter und skulptierter Antrittspfosten im Erdgeschoß. Die einflügeligen, innen angeschlagenen Wohnungsabschlüsse bestehen aus profilierter Laibung und Blendrahmen, einem profilierten, nach oben hin zunehmend weit ausladenden Kämpfer, einem Oberlicht und einer einflügeligen Türe.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0