Wohnhaus

Heinsbergstraße 25 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2183
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Heinsbergstraße 25, 50674 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Heinsbergstraße verbindet eine Schmalseite, die Südostseite des Rathenauplatzes, mit der Zülpicher Straße und der Kyffhäuserstraße. Sie besteht aus zwei etwa gleich langen Straßenabschnitten mit Richtungswechsel ihrer Kreuzung mit der Zülpicher Straße. Der Abschnitt zwischen Rathenauplatz und Zülpicher Straße verläuft etwa parallel zur Roonstraße, der Straßenabschnitt zwischen der Zülpicher Straße und Kyffhäuserstraße parallel zur Hochstadenstraße. Beide Abschnitte finden an der Kreuzung Zülpicher Straße ihren optischen Abschluß durch die Eckhäuser mit den anschließenden Straßenfronten der Heinsbergstraße und Zülpicher Straße. Von der Zülpicher Straße aus gesehen, endet der wohnliche Charakter des Straßenraums mit dem stehenden Rechteck seines Querschnitts als Ausblick auf den Bestand historischer Bäume und der lichten Weite des Rathenauplatzes. Der Straßenraum in Richtung Kyffhäuserstraße endet mit der historischen Hausfassade Kyffhäuserstraße 33. Die Heinsbergstraße hat wie die Lochnerstraße und Görresstraße als Wohnstraße die Aufgabe, die umgebende Bebauung in kleinere, übersichtliche Areale aufzuteilen, deren relativ geringe Grundstückstiefen eine Hinterhofbebauung nach Berliner Art vermeiden und trotz hoher Nutzung der Grundstücksfläche eine im allgemeinen offene, rückwärtige Bebauung aufweisen.

Das Erdgeschoß schließt die Auflast der oberen Geschosse veranschaulichend mit einem markanten, an seiner Oberseite auskragenden Profil seines Stockwerkgesimses ab. Auf dem Brüstungsfeld des ersten Obergeschosses mildern niedrigere, horizontale Profile und liegende Rechteckfelder aus flachen Platten unterhalb der Fenster den harten Abschluß des Stockwerkgesimses und leiten als Zwischenelement zum Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses über. Das erste, zweite und dritte Obergeschoß sind als gleichwertige Wohn-Ebenen konzipiert. Die der klassizistischen Kölner Tradition entsprechenden, von Geschoß zu Geschoß nach oben hin niedriger werdenden Fensterhöhen und abnehmender Umfang und Ausdruckskraft der Schmuckformen der Fensterumrahmungen und Fensterbankgesimse bewirken eine, den Gesetzmäßigkeiten der Zentralperspektive folgenden, optischen Überhöhung der Fassade. Die in Funktion und Symbolik beschützenden Überdachungen der Fenster nimmt an Kragweite aufwärts gesehen zu, durch die Überhöhung der Geschosse in ihrem Ausdruck wirkungsvoll unterstrichen. Die Halbkreisbögen der Fensterüberdachungen am ersten Obergeschoß, deren waagerechte Ansätze zu beiden Seiten auf schmalen, schmuckvollen Konsolen aufliegen, welche die scheidrechten Stürze einfassen, umrahmen Frauenbüsten mit wallendem Haarschmuck. Die Überdachungen aus horizontalen Balken über den Fenstern des zweiten Obergeschosses zu dem in kräftiger Auskragung gesetzten, die Fenster des dritten Obergeschosses und zugleich die Gesamtfassade überdachenden Traufgesims über. Die Gestaltungselemente sind aus der Renaissance abgeleitet und dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend angewendet.

Das Treppenhaus enthält eine zwei- und gegenläufige, gerade, rechtswendende Holztreppe mit Holzgeländer und Holzhandlauf. Die Rahmen mit profiliertem Kämpfer und Oberlicht der einflügeligen Wohnungsabschlüsse sind im Original erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0