Wohn- u. Geschäftshaus
Heinsbergstraße 20 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2187 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Heinsbergstraße 20, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.04.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Heinsbergstraße verbindet eine Schmalseite, die Südostseite des Rathenauplatzes, mit der Zülpicher Straße und der Kyffhäuserstraße. Sie besteht aus zwei etwa gleich langen Straßenabschnitten mit Richtungswechsel ihrer Kreuzung mit der Zülpicher Straße. Der Abschnitt zwischen Rathenauplatz und Zülpicher Straße verläuft etwa parallel zur Roonstraße, der Straßenabschnitt zwischen der Zülpicher Straße und Kyffhäuserstraße parallel zur Hochstadenstraße. Beide Abschnitte finden an der Kreuzung Zülpicher Straße ihren optischen Abschluß durch die Eckhäuser mit den anschließenden Straßenfronten der Heinsbergstraße und Zülpicher Straße. Von der Zülpicher Straße aus gesehen, endet der wohnliche Charakter des Straßenraums mit dem stehenden Rechteck seines Querschnitts als Ausblick auf den Bestand historischer Bäume und der lichten Weite des Rathenauplatzes. Der Straßenraum in Richtung Kyffhäuserstraße endet mit der historischen Hausfassade Kyffhäuserstraße 33. Die Heinsbergstraße hat wie die Lochnerstraße und Görresstraße als Wohnstraße die Aufgabe, die umgebende Bebauung in kleinere, übersichtliche Areale aufzuteilen, deren relativ geringe Grundstückstiefen eine Hinterhofbebauung nach Berliner Art vermeiden und trotz hoher Nutzung der Grundstücksfläche eine im allgemeinen offene, rückwärtige Bebauung aufweisen.
An der spiegelbildlich aufgeteilten Fassade kennzeichnet die flache Dreieckübergiebelung des mittleren Fensters am ersten Obergeschoß zwischen den flachbogigen Überdachungen der seitlichen Fenster die mittlere Fensterachse als Symmetrieachse. Das Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß und das Fensterbankgesims am dritten Obergeschoß fassen das quadratische Mittelfeld des ersten und zweiten Obergeschosses ein. Das hohe Erdgeschoß macht seine Last tragende Funktion deutlich mit einem Erdsockel, mit dem ihn abschließenden Sockegesims und dem die Auflast der oberen Geschosse veranschaulichenden Stockwerkgesims. Das vierte Obergeschoß leitet mit niedrigeren Fenstern, im Gegensatz zu den sonst gleich hohen Fenstern und einem friesartigen Gesims mit in den Achsen aufgesetzten Diamantwürfeln zu dem weit auskragenden Profil des Dachgesimses und damit zur Dachkonstruktion über. Sämtliche Fassadenelemente sind in die vertikale, optische Überhöhung des Hauses mit einbezogen. Das über dem Erdgeschoß höchste erste Obergeschoß bezieht mit seinen Verdachungen zu seiner tatsächlichen Höhe die Brüstungshöhe des zweiten Obergeschosses mit ein, die Höhe des zweiten Obergeschosses ist um seine Brüstungshöhe vermindert, die Höhe des dritten Obergeschosses ist tatsächlich niedriger als die der übrigen Geschosse und wird zudem optisch gedrückt durch das von oben herabgreifende Dachgesims. Die Vertikalität begrenzend und zugleich unterstreichend, schließt die Reihung der von Geschoß zu Geschoß, aufwärts gesehen, weiter auskragenden Fensterbakgesimse mit dem Traufgesims ab. Die Architektur entspricht inhaltlich der klassizistischen Kölner Tradition. Die Gestaltungselemente sind im einzelnen aus der Renaissance abgeleitet und dem repräsentativen Bedarf der Zeit entsprechend angewendet.
Den zweifelderigen Hausflurboden aus schwarz-weiß-rotem Terrazzo umgibt eine schwarze Randrahmung. Die zwei- und gegenläufige, gerade Holztreppe mit einem Holzgeländer und Holzhandlauf beginnt an jedem Stockwerk mit einem gedrechselten Antrittspfosten, die an den Unterseiten der Stockwerkpodeste hängende Zapfen bilden. Die Stockwerkpodeste sind parallel zu den Laufrichtungen gangartig erweitert zur Erschließung des Anbaus. Dadurch entsteht ein etwa quadratischer Grundriß des Treppenhauses, in dessen Raum der zweite Treppenlauf jeweils frei eingestellt ist. Der Treppenhausboden besteht aus schwarzweißem Terrazzo mit schwarzer Randrahmung. In den Wohnungen sind Teile des ursprünglichen Ausbaus erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0