Wohnhaus
Heinsbergstraße 26 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2240 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Heinsbergstraße 26, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.04.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Heinsbergstraße verbindet eine Schmalseite, die Südostseite des Rathenauplatzes mit der Zülpicher und der Kyffhäuserstraße. Sie besteht aus zwei etwa gleichlangen Straßenabschnitten mit Richtungswechsel an ihrer Kreuzung mit der Zülpicher Straße. Der Abschnitt zwischen Rathenauplatz und Zülpicher Straße verläuft etwa parallel zur Roonstraße, der Straßenabschnitt zwischen der Zülpicher und Kyffhäuserstraße parallel zur Hochstadenstraße. Beide Abschnitte finden an der Kreuzung mit der Zülpicher Straße ihren optischen Abschluß durch die Eckhäuser mit den anschließenden Straßenfronten der Heinsberg- und Zülpicher Straße. Von der Zülpicher Straße aus gesehen endet der wohnliche Charakter des Straßenraums mit dem stehenden Rechteck seines Querschnittes als Ausblick auf den Bestand historischer Bäume und der lichten Weite des Rathenauplatzes. Der Straßenraum in Richtung Kyffhäuserstraße gesehen endet mit der historischen Hausfassade Kyffhäuserstraße 33. Die Heinsbergstraße hat wie die Lochner- und Görresstraße als Wohnstraße die Aufgabe, die umgebende Bebauung in kleinere, übersichtliche Areale aufzuteilen, deren relativ geringe Grundstückstiefen eine Hinterhofbebauung nach Berliner Art vermeiden und trotz hoher Nutzung der Grundstücksfläche eine im allgemeinen offene, rückwärtige Bebauung aufweisen. Der Schmuckaufbau auf der horizontalen, balkenförmigen Einzelverdachung des Mittelfensters am 2. OG und der Freiraum zwischen den beiden Dachgauben der Seitenachsen weisen auf die mit der zentralen Fensterachse identische Symmetrieachse hin. Die scheinbaren Geschoßhöhen der Obergeschosse, begrenzt durch das Stockwerkgesims über dem EG, den Fensterbankgesimsen des 2. und 3. OG und das Dachgesims, nehmen die Gesamtfassade überhöhend von Geschoß zu Geschoß ab. Die überhöhende Wirkung unterstützt die horizontalen, auf den ebenen Untergrund erhaben, als Rustika aufgesetzten Bänder zwischen den Fensterumrahmungen des 1. OG, die im Wechsel mit glatten Bändern geriefte Bänderung zwischen den Fensterumrahmungen des 2. OG und die gleiche, aber in größeren Abständen gesetzte Bänderung am 3. OG. Die lasttragende Eigenschaft des EG veranschaulichen drei ausladende Voluten als Schlußsteine über den Fenstern und dem Hauseingang des EG, die zugleich als Konsolen das abschließende Stockwerkgesims unterstützen. Das 3. OG weist mit Halbkreisbogen und Schlußsteinen auf seine das Dach tragende Funktion hin und verdeutlicht mit seinem abgeschrägten, nach außen hin trichterförmig geöffneten Gewänden seinen Anspruch auf Eigenständigkeit. Die balkenförmigen, dicht aneinandergerückten Einzelverdachungen des 1. und 2. OG (dem quadratischen Mittelfeld) tragen stilistierten Schmuck und vermitteln durch weitere Auskragung am 2. OG den Übergang zu dem die gesamte Fassade überdachenden Traufgesims. Die Architektur ist mit ihrer überhöhenden Wirkung der Tradition des Kölner Klassizismus verbunden. Die Einzelelemente sind aus dem formalen Repertoire der Renaissance abgeleitet und dem Bedarf der Zeit entsprechend übersetzt. Boden und Decke des Hausflurs bestehen aus zwei Feldern. Die Bodenfelder aus weiß-schwarz-rotem Terrazzo werden zu einem einreihigen Mosaikstreifen, schwarz und weiß im Wechsel und einer schwarzen Randrahmung umgeben. Die Deckenfelder zwischen flachbogigen Unterzügen tragen tiefliegende Kehlvouten mit Randleisten und eine zentrale, längliche Rosette aus Blattornament und einem hängenden Blütenzapfen im vorderen Deckenfeld. Die gerade, zweiläufige rechtswendende und gegenläufige Holztreppe mit Holzgeländer und -handlauf beginnt auf jedem Stockwerk mit einem Antrittspfosten, der an der Unterseite jedes Stockwerkpodestes einen hängenden Zapfen bildet. Die Stockwerkpodeste sind parallel zu den Laufrichtungen mit einem Podest zum Anschluß des Anbaus erweitert, so daß die Grundfläche des Treppenhauses annähernd ein Quadrat und der zweite Lauf jeweils frei in den Raum eingebaut ist. Die Treppenhausfenster sind im Original erhalten. In den Wohnungen bestehen Teile des ursprünglichen Ausbaus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0