Wohnhaus
Siebengebirgsallee 9 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2330 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebengebirgsallee 9, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.05.1984 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee ist als historische Wohnstraße beispielhaft für städtisches, durch Begrünung aufgelockertes Wohnen um 1910.
Das dreigeschossige Mietwohnhaus aus der Zeit um 1906 findet im Nachbargebäude, Haus Nr. 7, eine architektonische Entsprechung. Es zeigt sich hier, am Anfang der nach Süden weitergebauten Straße, das erste Beispiel einer asymmetrischen, dreiachsigen Fassade, die sich aber deutlich aus der Nachbarbeziehung herleitet. Dies bestätigt auch die Ähnlichkeit der beiden leicht geschwungenen Schmuckgiebel, die in gleicher Ebene über den mit einem Balkon abschließenden Erkern stehen. Allerdings unterscheiden sich die Stuckfassaden in ihrem Schmuckdekor, der jedoch in beiden Fällen im floralem Jugendstil gehalten ist. Fenster und Haustür wurden stilähnlich erneuert. Rückwärtige Fassade in Backstein (geweißt). Im Innern findet sich der originale Ausbau in der Terrazzotreppe mit Holzgeländer, vor allem aber im Eingang mit Jugendstil-Wandfliesen und Wand- und Deckenstuck (Decke gewölbt). Auch Deckenstuck in den Wohnungen sowie die originalen Türen blieben erhalten. Städtebaulich ist das o. g. Gebäude ein wichtiger, da überwiegend original erhaltener Teil des Ensembles der Siebengebirgsallee, die die Entwicklung des repräsentativen Mietwohnungsbaus von 1905 bis 1925 dokumentiert. Das Gebäude ist als wertvolles Baudokument des Jugendstils unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0