Straßen·Lexikon Köln · Est. 2026
№ DE_05315000_A_2397 Sebastianstraße 117 · Niehl

Wohnhaus

Typ
Gebäude
Baujahr
um 1900
Denkmal seit
1984
Stadtteil
Niehl
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Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Niehl, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Ortes dokumentiert. Niehl war bis zum Ausbau des Niehler Hafens in den 20er Jahren ein Fischerdorf am Rheinufer, das sich entlang der Sebastianstraße entwickelt hatte. Noch heute wirkt der von Köln entfernt liegende und durch Verkehrsschneisen (Autobahn) etwas abgeschnittene Vorort als geschlossener Ensemblebereich, dessen historisch gewachsene Bebauung zwischen Alt-St. Katharina und Neu-St. Katharina die Entwicklung des Rheindorfes dokumentiert, dessen Ursprünge bis ins frühe Mittelalter zurückreichen. Die Sebastianstraße ist die parallel zum Rhein laufende Hauptstraße des Ortes.

Das um 1900 erbaute zweigeschossige Winkelhaus mit historisierender Stuckfassade von den Deutzer Kürassieren wurde um 1900 vom Freiherrn von Plüsskow in Art eines kleinen Palais in der Sebastianstraße gegenüber der Kirche St. Katharina errichtet. Das vierachsige Gebäude besteht aus zwei Teilen, von denen der rechte flügelartig um eine Achse nach vorn gezogen ist. Ein schiefergedecktes Mansarddach paßt sich - ohne Betonung eines Flügels - diesem Versprung an. Im OG sind die rundbogigen Fensterübergiebelungen sowie das konsolen-verzierte Kranzgesims besonders plastisch ausgeführt. Die Haustür ist original; die Fenster wurden stilrichtig erneuert. Im Innern blieb der reiche ornamentale Ausbau des Historismus fast vollständig erhalten. Im Eingang weist der Fußboden reich ornamentierte Fliesen auf; eine Holztreppe mit reich geschnitztem Holzgeländer führt ins OG. Den Stützbogen sowie die Decke schmückt historisierender Stuckdekor. Die Marmorverkleidung der Seitenwände dokumentiert mit dem darübergesetzen Stuckspiegeln den repräsentativen Anspruch des Hauses. Im EG wurde der originale Zustand weitgehend gewahrt; die originalen Türen (insbesondere der Wohnungsabschluß) wurden, wie auch die stuckierten Decken in den Wohnräumen sowie teilweise die originale Wandgestaltung beibehalten. Der Fußboden der Wohnräume weist die originalen Holzdielen auf; die Küche wurde in neuerer Zeit umgebaut. Die rückwärtige Fassade des Gebäudes ist geschlämmt und besitzt einen Anbau mit niedrigeren Geschoßhöhen; Türen und Fenster sind weitgehend original. Der kleine, durch eine originale Einfassungsmauer abgetrennte Innenhof zeigt die ursprüngliche Plattierung. Das Haus Sebastianstr. 117 ist zweifellos mit seiner winkelförmigen Stuckfassade auf die gegenüberliegende Kirche Neu-St. Katharina bezogen, während das Gebäude sich mehr oder weniger bewußt von der übrigen historischen Bebauung mit Backsteinfassaden absetzt. Erst nach 1905 werden auch in Niehl die Stuckfassaden zahlreicher, was den größeren Einfluß der Stadt Köln auf diesen nördlich gelegenen Vorort beweist. Das Haus ist als Dokument der Entwicklung Niehls innerhalb des gewachsenen Ensembles um die Kirche Neu-St. Katharina unverzichtbar.

Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln

Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_2397
Typ
Gebäude-Denkmal
Bezeichnung
Wohnhaus
Adresse
Sebastianstraße 117 , 50735 Köln
Stadtteil
Niehl
Baujahr
um 1900
Eigentum
privates Eigentum
Denkmal seit
14.05.1984
Koordinaten
50.98794° N, 6.96099° E