Wohnhaus
Siebengebirgsallee 71 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2421 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebengebirgsallee 71, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.05.1984 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee ist als historische Wohnstraße beispielhaft für städtisches, durch Begrünung aufgelockertes Wohnen um 1910.
Das dreigeschossige Wohngebäude aus der Zeit um 1910 besitzt eine Putzfassade, die vor allem in der Brüstung zwischen 1. und 2. OG plastische Stuckverzierungen aufweist. Die drei Achsen werden durch ein kräftiges Mittelrisalit gegliedert. Ein zweigeschossiger Erker über der Tür und ein breiter Giebel mit Schopfwalmdach sind weitere plastische zeittypische Strukturelemente. Im 1. OG sind noch originale Fenster; die anderen wurden stilecht erneuert. (Haustür neu, originaler Vorgarten mit Eisengitter). Rückwärtige Fassade in Backstein.Ein kleiner Vorgarten, wahrscheinlich mit originaler Einfriedung, ist vorhanden. Das Innere ist mit Marmorboden, -treppe (ornamentiert) sowie einer Terrazzotreppe mit Eisengeländer von Material aufwendig ausgebaut, wenngleich Ornamente nur sparsam verwendet wurden. Nur eine kassettierte Decke blieb im Eingang erhalten, während die Wohngeschosse unter Hinzufügung von Balkons nach hinten ausgebaut wurden. Städtebaulich ist das Gebäude als Spätform des ausgehenden Jugendstils im Ensemble der weitgehend original erhaltenen Siebengebirgsallee unverzichtbar, korrespondiert es doch stilistisch mit den gegenüberliegenden Hausnummern 68 - 78, die die gleiche Stilepoche individuell abwandeln. Das Gebäude ist wesentlicher Teil der fast geschlossen erhaltenen Bausubstanz der Straße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0