Wohnhaus

Siebengebirgsallee 74 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2425
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siebengebirgsallee 74, 50939 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.05.1984
Stadtteil Klettenberg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee ist als historische Wohnstraße aus dem Beginn des 20. Jh. ein schönes Beispiel städtischen Wohnens im Grünen.

Das dreiachsige Wohnhaus aus der Zeit um 1910 ist stilistisch bereits einem frühen Expressionismus zuzurechnen. Dies bewirken vor allem die jeweils drei schmalen Fenster des Mittelerkers, die zu kräftigen vertikalen Bändern zusammengezogen wurden. Das Haus wurde inschriftlich vom Architekten Jos. Sürth entworfen. Der Putzbau ist mit flachem geometrischem Stuckdekor versehen und weist in der giebellosen Dachzone eine Folge von vier kleineren Fenstern auf. Die großen Seitenfenster sind teilweise original erhalten. Vorgarteneinfriedung. Der Eingang ist altanartig zurückgesetzt. Rückwärtige Fassade in Backstein. Der geflieste Eingangsbereich weist noch den originalen Wand- und Deckenstuck auf. Die Terrazzotreppe besitzt ein Eisengeländer, das die Modernität der Architekten bzw. Bauherren unterstreicht. Einfache Stuckdecken mit Mittelrosetten sowie die Zimmertüren wurden original vorgefunden. Eine stilistische Ähnlichkeit mit Haus Nr. 76 läßt sich feststellen. Städtebaulich dokumentiert dieser Teil der Siebengebirgsallee den Übergang zur Architektur der 20er Jahre, deren ästhetische Normen sich schon hier abzuzeichnen scheinen. Im historischen Ensemble dieser fast vollständig aus der Zeit erhaltenen Fassade ist dieses sehr individuell gestaltete Gebäude unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0