Wohnhaus

Siebengebirgsallee 76 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2483
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siebengebirgsallee 76, 50939 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.06.1984
Stadtteil Klettenberg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee ist als historische Wohnstraße beispielhaft für städtisches Wohnen im Grünen.

Das viergeschossige Wohnhaus mit drei bzw. fünf Achsen (die Mittelachse besteht aus drei bzw. vier gekuppelten Fenstern) wurde um 1910 errichtet. Die Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung tendiert auch hier - wie bei den Nachbarbauten Nr. 72 und Nr. 74 - zur Schlichtheit der neuen Sachlichkeit, die durch ein exotisches Gesims mit vier gleichen Masken im 2. OG ins Expressive gesteigert wird. Die Fenster im 1. OG sind noch original und weisen auf die starke Abhängigkeit der Fassade von der originalen Sprossenteilung hin. Haustür neu. Rückwärtige Fassade in Backstein (geweißt). Im Innern ist die historische Terrazzotreppe mit Eisengeländer vorhanden, die Ausweis "sachlichen" Baustils ist. Die Wohnungen wurden incl. Türen erneuert, wobei einige typische Stuckdecken erhalten blieben. Erhalten ist auch die "kubistische" Stuckverzierung an den Wänden des Hauseingangs über der Verfliesung des Sockels sowie der Terrazzoboden. Stuckrosetten an der Decke. Städtebaulich ist die Gruppe Nr. 72 bis Nr. 76 ein unverzichtbares Dokument der Suche nach einem sachlicheren, teils kubistisch, teils expressiven Baustils, der offensichtlich über den herrschenden Jugendstil hinausging und sich internationalen Strömungen öffnete (Macintosh). Die Gebäude sind als Stildokumente des Übergangs zur Architektur der 20er Jahre gerade an dieser Stelle wichtig als Spätform bürgerlichen Bauens.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0