Wohnhaus
Siebengebirgsallee 72 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2424 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebengebirgsallee 72, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.05.1984 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee ist als historische Wohnstraße beispielhaft für städtisches, mit Grün durchwachsenes Wohnen um 1910.
Das um 1910 vom Architekten Jos. Sürth (lt. Inschrift) erbaute vierachsige Wohnhaus besitzt eine Putzfassade mit Stuckgliederung. Das Gebäude überrascht durch seine Schlichtheit, die aus der klassizistischen, zur neuen Sachlichkeit hin tendierenden Fassadenstruktur sich herleitet. Ein knappes zweiachsiges Mittelrisalit wird in jedem OG von je zwei abgeschrägten Erkern flankiert. Leider verfremden die nicht stilrichtig erneuerten Fenster das Gesamtbild. Auch das Dach wurde wahrscheinlich durch Kriegseinwirkung verändert. Vom Vorgarten blieb die Mauer erhalten. Im Innern des Hauses wurde die Sachlichkeit der Fassade von einem eher historisierenden Ausbau abgelöst. Nach Differnzstufen in Terrazzo zeigen sich Decke und Seitenwände mit Quergurten stuckiert, wobei allerdings die Wände bis zur Brüstung gefliest sind. Terrazzotreppe mit Eisengeländer. Die Wohnungen wurden größtenteils erneuert. Rückwärtige Fassade in Backstein gekalkt. Städtebaulich ist das Gebäude innerhalb des Ensembles schöner Jugendstilbauten für anspruchsvolleres bürgerliches Wohnen ein unverzichtbares Beispiel der eher klassizistischen Stilausprägung. Es dokumentiert die große Breite des mit historischem Bezug zum Modernen tendierenden Jugendstils, der national und international mit erstaunlicher Resonanz und großem Formenreichtum seine Ausprägung fand.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0