Wohnhaus
Am Botanischen Garten 32 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2453 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Botanischen Garten 32, 50735 Köln |
| Baujahr | um 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.06.1984 |
| Stadtteil | Riehl |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Riehl, da er die Erstbebauung dieses nördlichen Kölner Vorstadtgebiets dokumentiert. Bereits vor Niederlegung der Maueranlagen um Köln wurde hier 1860 der Zoologische Garten angelegt, dem zwei Jahre später die etwas nördlich gelegene Flora folgte. Im Anschluß daran entstanden vor der Jahrhun- dertwende die ersten Wohnbauten, die an der Stammheimer Straße städtischen, sonst aber eher vorstädtischen Charakter besitzen (Villenviertel und Siedlungen). Im Stil sind die Häuser Dokumente des Bauwillens der bürgerlichen Mittelschicht. Die Bebauung des Gebiets Am Botanischen Garten ist stark von der Gartenstadtbewegung und dem Heimatstil der Reformarchitektur der frühen 20er Jahre beeinflußt.
Das Gebäude ist um 1912 zusammen mit den Häusern Nr. 28 bis 36 errichtet worden. Das Haus bildet zu den flankierenden, früher gleichartigen Bauten 30 und 34 den Mitteltrakt, der gegenüber den eher giebelständigen, hochragenden Seitenbauten eine niedriger gezogene Traufhöhe ausweist. Der Putzbau ist in einem dem Landhaus verwandten Heimatstil gehalten, der den Jugendstil zum Naturalismus hin vereinfacht. Das Gebäude liegt hinter einem kleinen Vorgarten mit originaler Einfriedung und original wiederhergestellter Bepflanzung. Es wird durch eine schlichte Treppe erschlossen, die auf einem Altan mit sehr typischen Holzblumenkästen endet. Die Fassade ist dreiachsig und zweigeschossig und wird mittig nochmals durch einen kleineren geschwungenen Mittelgiebel akzentuiert. Der linke Bau, Nr. 30, wurde leider nicht unerheblich verändert, der rechte, Nr. 34, wurde einschließlich der charaktervollen Holzsprossenfenster im originalen Zustand belassen. Im Innern liegt hinter der originalen Haustür ein niedriger, original belassener Windfang, dessen Boden gefliest und dessen Wände mit Marmor verkleidet sind. Die Decke ist stuckiert. Die daran anschließende Garderobe besitzt bereits die zeittypische Vertäfelung des Treppenhauses, weist ebenfalls eine stuckierte Decke auf und führt in das Treppenhaus mit Holztreppe und aufwendigem Holzgeländer. Zur linken Hand liegen zwei durchgehende Wohnräume, die weitgehend original belassen wurden. Der zum Garten hin ausgerichtete Raum zeigt eine durch flachere Holzbalken unterteilte Decke; der daran anschließende Wintergarten behielt seinen Fliesenbelag und eine sehr schöne Heizungsverkleidung im Art-Deco-Stil. Die Tür zwischen beiden Räumen besitzt facettierte Glasscheiben. Die Räume rechts des Eingangsflures verblieben ebenfalls original mit leicht stuckierter Decke und Türen mit Türgewänden. Die Treppe wurde bei dem Umbau 1984 in ihrer Lage in den OGs abgeändert, um dort eine separate Wohneinheit zu schaffen. Die von dem Treppenhaus abgehenden Räume wurden jedoch original restauriert, so daß Türen, Heizkörper mit Verkleidungen, Fenster und Fußboden sowie Decken in ihrer historischen Gestalt verblieben. Das trifft auch für die Räume des 2. OGs zu, die noch die originalen Stuckrosetten an den Decken aufweisen. Holzfußboden und originale Türen. Die rückwärtige Fassade ist ebenfalls verputzt und zeigt sich zweigeschossig mit einer rechts im Hochparterre liegenden Veranda (Wintergarten), von der eine Treppe in den Garten hinabführt. Links liegt ein Rundbogen-überwölbtes Fenster. Das darüberliegende Geschoß besitzt oberhalb des Wintergartens einen Balkon. Das 2. OG befindet sich hinter dem Mansarddach, das durch eine durchlaufende Fensterreihe unterbrochen wird. Wie in der Vorderansicht, so wird auch hier das Gebäude von den hochreichenden Giebeln der Nachbarhäuser flankiert (Nr. 30 und Nr. 34). Der Garten zeigt noch Teile der originalen Bepflanzung, die im Heimatstil des angehenden Historismus gehalten war.
Die Straße Am Botanischen Garten ist vorwiegend mit Villen aus der Zeit zwischen 1910 und 1930 bebaut. Die Gruppe Nr. 28 bis Nr. 36 zeigt zweifellos die eindrucksvolle Sichtweite des Botanischen Gartens und dokumentiert den Typ des vom Gartenhaus sich herleitenden Bürgerhauses. Die Gruppe ist auch städtebaulich bedeutend und unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0