Wohnhaus
Florastraße 75a · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2458 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Florastraße 75a, 50733 Köln |
| Baujahr | 1900 bis 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.06.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrialisierung (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Florasstraße ist ein alter, quer durch Nippes verlaufender Flurweg, in dessen Nähe sich die ersten Ansiedlungen des Vororts gebildet haben. Die Florastraße gehört zum Ensemblebereich von Nippes.
Das sehr reizvolle und architektonisch sehr interessante Mietstockwerkgebäude besitzt vier Achsen, wobei der Abstand der Fensterachsen voneinander ungewöhnlich breit konzipiert ist. Das wahrscheinlich erheblich nach 1900 errichtete Gebäude zeigt auf den breiten Wandflächen leichte, dem Heimatstil nahestehende Stuckverzierungen, während die Fenster senkrecht in feingliedriger Umrahmung zusammengefaßt sind. Die linke Achse nimmt das von der Straße her belichtete Treppenhaus ein, was ebenfalls auf eine Bauzeit um 1910 hindeutet. Außerordentlich geschickt ist diese Achse, leicht akzentuiert und gleichzeitig in die Fassadenfläche eingebunden worden. Die schlichten Übergiebelungen der Seitenachsen fassen die Ansicht zusammen und integrieren die versetzten Treppenhausfenster. Das EG ist sparsam rustiziert, Fenster und Haustür wurden erneuert. Im Eingang befinden sich rote sechseckige Bodenfliesen, die auch auf den Absätzen der Terrazzotreppe mit Holzgeländer wiederkehren. Die Wohnungsabschlußtür des EG ist original, die der OGs wurden erneuert. Rückwärtige Fassade in Backstein. Städtebaulich unterstreicht die zurückhaltende Fassade den dominierenden Charakter des anschließenden Eckhauses und bildet einen Übergang zur ebenfalls historisierenden Front des Hauses 75. Es ist als Dokument originaler Maßstablichkeit unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0