Wohnhaus
Florastraße 74 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7339 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Florastraße 74, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1900, L-förmiger Grundriß, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, 3 Dachgaupen in den Achsen, 3 Achsen, Putzfassade in Formen überkommener Stile (Historismus), hochrechteckige profilierte und segmentbogige Fenster in allen Obergeschossen, die Mittelachse betonen paarweise zusammengefaßte Fenster, Erdgeschoß völlig verändert, Eingang in der Mittelachse. Alle Fenster sowie die Eingangstür erneuert. Im Innern: Treppenhaus, Treppe sowie Wohnungseingänge, Türgewände, Decken und Böden erneuert. Rückseite: backsteinsichtig, Fensteröffnungen mit scheitrechten Bögen, Fenster erneuert.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffenen drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Florastraße - wie ihre westliche Verlängerung, die Mauenheimer Straße - aus einem alten Flurweg hervorgegangen, ist noch weitgehend geprägt durch Gebäude dieses Zeitraums und durch die genannten Architekturformen.
Das Gebäude Florastr. 74 zeichnet sich durch eine reich und ausgewogen dekorierte Gestaltung der Schaufassade aus: Belétage: profiliertes, durchlaufendes Sohlbankgesims, Reste des Dachgesimses vorhanden, alle Fenster durch Verdachungen mit Vorhangbogen-Varianten bekrönt. Die Mittelachse besonders hervorgehoben durch Verdachung der paarweise zusammengefaßten Fenster mit abschließender Bekrönung durch Kreuzblumen bzw. Fiale. Im mittleren Bogenfeld und im horizontal die beiden Fenster der Mittelachse des 3. Obergeschosses zusammenfassenden Brüstungsfeld reiche vegetabile Schmuckformen, Festons, Girlanden, ornamentiertes Wappenschild von zwei plastisch hervortretenden hermenartigen Figuren gehalten u. a. m.
2. Obergeschoß: horizontale Verdachung der Fenster.
Das Objekt ist ein bezeichnendes Beispiel für den gehobene Ansprüche befriedigenden Mietwohnungsbau in Nippes. Das Gebäude bildet sowohl mit dem direkt benachbart stehenden Haus Nr. 72 eine gestalterisch aufeinander bezogene Einheit, als auch reiht es sich im Umfeld der Bebauung der Florastraße ein in den Bestand der oben dargestellten Architekturformen. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Ensemblebereich der Straße und somit als Baudenkmal zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0