Wohnhaus
Kyffhäuserstraße 11 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2562 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kyffhäuserstraße 11, 50674 Köln |
| Baujahr | 1889 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.07.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Kyffhäuserstraße als diagonale Erschließungsstraße des Wohnviertels zwischen der Zülpicher Straße, der Roonstraße und der Luxemburger Straße verbindet den Barbarossaplatz, einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas in der Reihe "festlicher Räume" der Ringe, mit der Zülpicher Straße unmittelbar vor der Überführung des Eisenbahngürtels und dem Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie. Das zum Barbarossaplatz hin leicht ansteigende Straßenniveau verdeutlicht die Nähe des Platzes. Der großzügige, aber im Vergleich zu den meisten Straßen der Neustadt enge Straßenraum mit zu beiden Seiten gleichhoher, viergeschossiger Altbebauung, deren Traufhöhe von den Neubauten nach der Kriegszerstörung übernommen wurde, bildet ein stehendes, weites Rechteck. Die Wohnlichkeit des Straßenraums, die sich in der Hochstadenstraße und der Heinsbergstraße als verbindende Charakteristik des Viertels wiederholt, öffnet sich an den Enden unmittelbar zu den weiten Räumen der Platzanlagen hin. Die rechtwinklige Einmündung der Heinsbergstraße und rechtwinklige Kreuzung der Hochstadenstraße mit Verschleifungen der Ecken, beeinträchtigen den Gesamteindruck des Straßenraums nicht und werden erst unmittelbar an den Kreuzungspunkten wahrgenommen.
Das Objekt Kyffhäuserstraße 11 wurde 1889 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einem Erker, einem Giebelgeschoß und einer Stuckfassade errichtet. Das EG und das 1. OG bilden gemeinsam den tragenden Sockel für das 3. und 4. OG, die zur Verdeutlichung dieser architektonischen Grundgliederung unterhalb durch die von Gesimsen eingefaßte Brüstungszone am 2. OG und oberhalb von dem Konsolfries mit dem Dachgesims eingefaßt werden. Aus der Brüstungszone am 2. OG tritt der Sockel des Mittelerkers plastisch hervor, an den sich in den Seitenachsen die zu den Nachbarn hin abgerundeten Balkonbrüstungen anlehnen. Der Aufteilung in Sockel und OGs entsprechen schmale, auf ebenen Untergrund gleichmäßig parallel aufgesetzte, horizontale Stuckbänder mit geringen Distanzen am 1. OG und weiten Distanzen an den oberen Geschossen. Die Mittelachse betont die vertikale, spiegelbildliche Gliederungsordnung mit einem gekuppelten Fenster am 1. OG, einem Erker am 2. OG, einer risalitartigen Vorlage als Umrahmung der Balkontür, zwei vergrößerten Konsolen des Konsolfrieses der Traufe auf der Verlängerung der Seitenkanten und unterhalb der Seiten der zentralen, dreieckförmig abschließenden Dachgiebels. Den Hauseingang in der rechten Seitenachse, der mit seiner Höhe von Tür und Oberlicht bis in die Hälfte des 1. OG einschneidet, überdacht ein flacher Segmentbogen. Der eigenständige architektonische Entwurf verwendet dem Repräsentationsbedürfnis seiner Zeit entsprechend Gestaltungselemente der Renaissance. Die zweiläufige, gerade, linkswendende Holztreppe begleitet ein Holzgeländer mit Handlauf. Der gedrechselte Antrittpfosten auf der zweiten Antrittsstufe des 1. OG (Beginn der Treppe des Treppenhauses im 1. OG) trägt das Profil einer zylindrischen Basis, eines vasenartigen Mittelteils mit überfassendem Blattschmuck, einem Ring darüber, im oberen Teil einem kannelierten, konischen Schaft mit abschließendem Knauf. In den Wohnungen sind teilweise die originalen Fenster und Türen mit Laibungen und Rahmen enthalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0