Wohnhaus
Kyffhäuserstraße 10 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2300 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kyffhäuserstraße 10, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.05.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Plnungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Kyffhäuserstraße als diagonale Erschließungsstraße des Wohnviertels zwischen der Zülpicher Straße, der Roonstraße und der Luxemburger Straße verbindet den Barbarossaplatz, einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas in der Reihe "festlicher Räume" der Ringe mit der Zülpicher Straße unmittelbar vor der Überführung des Eisenbahngürtels und dem Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie. Das zum Barbarossaplatz hin leicht ansteigende Straßenniveau verdeutlicht die Nähe des Platzes. Der großzügige, aber im Vergleich zu den meisten Straßen der Neustadt enge Straßenraum mit zu beiden Seiten gleichhoher, viergeschossiger Altbebauung, deren Traufhöhe von den Neubauten nach der Kriegszerstörung übernommen wurde, bildet ein stehendes, weites Rechteck. Die Wohnlichkeit des Straßenraums, die sich in der Hochstadenstraße und der Heinsbergstraße als verbindende Charakteristik des Viertels wiederholt, öffnet sich an den Enden unmittelbar zu den weiten Räumen der Platzanlagen hin. Die rechtwinklige Einmündung der Heinsbergstraße und rechtwinklige Kreuzung der Hochstadenstraße mit Verschleifungen der Ecken, beeinträchtigen den Gesamteindruck des Straßenraums nicht und werden erst unmittelbar an den Kreuzungspunkten wahrgenommen.
Das Gebäude Kyffhäuserstraße 10 wurde um 1890 als viergeschossiges, vierachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Stuckfassade errichtet. Die spiegelbildliche Gliederungsordnung der Fassade betont vor allem die beiden Mittelachsen am 1. und 2. OG durch ein gemeinsames Mittelfeld, das auf dem Stockwerkgesims des EG beginnt und mit einer horizontalen, gekuppelten Verdachung über gemeinsamem Konsolgebälk am 2. OG mit größerer Brüstungshöhe und die Fenster seitlich einfassenden Pilastern mit Kapitellen ionischer Ordnung und Beschagwerk an den unteren Hälften an ihren Basen anschließend. Die verbreiternde Überleitung des Mittelfeldes zum Sockel des EG übernehmen über die Breite der Umrahmungen hinausragende Verdachungen durch Dreieckgiebel auf seitlichen Konsolen, welche die Sturzfelder um die Schlußsteine rahmen. Die übrigen horizontalen Einzelverdachungen stellen den Bezug zu den Stockwerk- und Fensterbankgesimsen und dem hohen, stark auskragenden Dachgesims her. Die nach klassizistischem Vorbild optische Überhöhung der Fassade entsteht durch Anordnung der Gliederung, welche die Gesamthöhe der Fassade in nach oben hin von Geschoß zu Geschoß scheinbar abnehmende Geschoßhöhen aufteilt. Der formale Ausdruck ist dem Gestaltungsrepertoire der Renaissance entnommen und dem repräsentativen Anspruch der Zeit entsprechend in eigenständiger Architektur übersetzt. Die Umrahmungen der Fenster werden untereinander von glatten Stuckbändern auf glattem Untergrund horizontal und mit gleichen Abständen verbunden. Der rechte Hauseingang Nr. 10 führt zu einem Korridor, der das Vorderhaus durchquert und zu einem rückwärtigen Gebäude mit eigenem Hauseingang führt. Der Boden des Korridors besteht aus quadratischen, diagonal verlegten dunkelbraunen und hellbraunen Platten und schwarzer Randrahmung. Geländer und Handlauf der geraden, zwei- und gegenläufigen Treppe bestehen aus Holz. Die Läufe beginnen an den Stockwerks- und Zwischenpodesten mit Antrittspfosten. Die Treppenwangen sind verkleidet. Die Wohnungstüren und deren Laibungen bestehen aus Rahmenwerk und Füllungen. In den Wohnungen sind originale Türen, Laibungen und Rahmen vorhanden. Der linke Hauseingang führt zum Vorderhaus. Das Motiv des gefliesten Hausflur- und Treppenhausbodens ist ein schwarzes Diagonalgitter mit weißem Rand und stilisierten Blumen in den Gitterfeldern. Die Rahmung besteht aus Streifen, Mäander und schwarzer Randrahmung. Der Stucksockel besteht aus hoher Scheuerleiste mit halbrundem, oberen Rand, aus liegender, erhabener Rechteckfelderung und einem abschließenden, kastenförmigen Gesims. Die gerade, zwei- und gegenläufige Holztreppe mit Holzgeländer und -holm umschließt ein ca. 60 cm breites Treppenauge. Die Geländerstäbe bis zum 2. OG sind kunstvoll gedrechselt. Ihr Rundprofil steht im Gegensatz zu mittig angeordneten Würfeln. Einzelne Wohnungstüren aus zwei Türflügeln, schmalen, feststehenden Seitenteilen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0