Wohn- u. Geschäftshaus
Kyffhäuserstraße 18 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1653 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kyffhäuserstraße 18, 50674 Köln |
| Baujahr | 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.10.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des westlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauer und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Die Kyffhäuserstraße ist in dem, im Dezember 1883 herausgegebenen, Erweiterungsplan verzeichnet.
Das 1890 gebaute Haus steht an der Ecke Kyffhäuserstraße / Hochstadenstraße, wobei Eingang und Schaufassade repräsentativ zur Kyffhäuserstraße gerichtet wird. Das Wohn- und Geschäftshaus ist viergeschossig und mit je drei Achsen zu beiden Straßen hin ausgerichtet, während die abgeschrägte Ecke im Erkerbereich zwei gekuppelte Fenster aufweist. Erdgeschoß und erstes Obergeschoß sind mit horizontalen Rustika-Fugen versehen. Im Erdgeschoß ist eine Gaststätte untergebracht, die vom Eckeingang her erschlossen wird. In den Obergeschossen sind die Fenster zur Hochstadenstraße bzw. die Nebenachsen zur Kyffhäuserstraße mit folgenden Elementen geschmückt:
Erstes Obergeschoß: Rundbogenfenster mit Quaderung. Zweites Obergeschoß: Rechteckfenster mit seitlichen Pilastern, Architrav und Giebelüberdachung. Drittes Obergeschoß: Rundbogenfenster mit Stuckrahmen.
Die horizontale Unterteilung wird durch glatte Brüstungsfriese zwischen Decken und Fenstergesims betont. In der repräsentativen Mittelachse zur Kyffhäuserstraße mit jeweils drei gekuppelten Fenstern je Geschoß wurden im Brüstungsbereich des ersten Obergeschosses Säulenbalustraden, im zweiten Obergeschoß Diamantquader eingesetzt. Das gleiche wiederholt sich am Schmuckerker. Über der abgeflachten Ecke, der allerdings zwei in allen Geschossen rundbogige Fenster und eine Balustradenbrüstung auch im dritten Obergeschoß zeigt. Die klassizistische Mittelachse zur Kyffhäuserstraße wird in der Senkrechten durch einen leichten Putzvorsprung betont, der im ersten Obergeschoß ansetzt und sich nach oben (zweites Obergeschoß) in Pilastern, Halbsäulen und Wandvorlagen und (drittes Obergeschoß) Pfeilervorlagen und Fensterarkaden auflöst. Die Mittelachse wird im ersten Obergeschoß durch eine hochgesetzten Rundbogen, im zweiten Obergeschoß durch einen hochgesetzten Dreieckgiebel betont.
Die Fülle der verwendeten Architekturelemente des Klassizismus bzw. Manierismus wird durch eine Feinstruktur von Konsolen, Diamantquadern, Verkröpfungen usw. ergänzt. Ein breites Kranzgesims schließt die Fassade gegen das weit überstehende Dach ab, dessen Konsolen nur zur Hochstadenstraße hin vollständig erhalten blieben. Von den drei Fensterachsen zur Hochstadenstraße ist die rechte blind. Durch die in der rechten Achse der Kyffhäuserstraße gelegene Eingangstüre betritt man das Treppenhaus mit Holztreppe und -geländer (originale Türgewände im Inneren).
Durch die Nähe des Barbarossaplatzes ist Gewerbenutzung stark in die ehemalige Miethausbebauung eingedrungen. Die Erhaltung der Substanz der Erstbebauung wird desto wichtiger, da damit auch der ursprüngliche Charakter der Wohnstraßen erhalten bleibt. Als Eckgebäude ist das Objekt als Träger ursprünglicher Maßstäblichkeit unverzichtbar. Leider wurde an der Straßenkreuzung die abgeschrägte Ecke nicht überall eingehalten. In der quer laufenden Hochstadenstraße blieb die ursprüngliche Bausubstanz mit diesem Eckhaus überwiegend erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0