Wohnhaus

Hochstadenstraße 16 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2194
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hochstadenstraße 16, 50674 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einer Backsteinfassade, Stuckgliederungen und einer Toreinfahrt errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Hochstadenstraße verbindet den Zülpicher Platz an seiner Südecke mit der Luxemburger Straße als Ausfallstraße. Die mit etwa 45 Grad schleifende Einmündung liegt unweit der Eisenbahnüberführung, einem Denkmal der Brückenbauwerke des Eisenbahngürtels. Der Eindruck des Straßenraums entspricht in seinem auf das Wohnviertel zwischen Zülpicher Straße, Roonstraße, Luxemburger Straße und Eisenbahngürtel bezogenen Wohn-Charakter der Kyffhäuserstraße und der Heinsbergstraße. Den optischen Abschluß des Straßenraums bilden jenseits des Zülpicher Platzes das zentral stehende Eckhaus Zülpicher Straße 18, zwischen dem teilweise sichtbaren, aus der Straßenachse gerückten Turm der Herz-Jesu Kirche rechts und einer Gebäudeflucht der Engelbertstraße mit den historischen Häusern Nr. 8 und 12 zur linken Seite und, am gegenüber liegenden Straßenende eine Hauswand der Luxemburger Straße. Die Traufhöhen der vier- bis fünfgeschossigen Altbebauung geht an den verschliffenen Ecken der Kreuzung mit der Kyffhäuserstraße einheitlich in deren Traufhöhe über. Der Querschnitt des Straßenraums als stehendes Rechteck ist gleich dem der übrigen Straßen des Viertels und steht in bewußtem Gegensatz zu der Weite der rings umgebenden Wohn- und Geschäftsstraßen und prachtvollen Platzanlagen.

Das Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß und das Fensterbankgesims am ersten Obergeschoß bringen die Auflast der oberen Geschosse zum Ausdruck und zonen die Fassade in zwei Bereiche, in den des Erdgeschosses und den des einheitlichen Fassadenfelds der Obergeschosse. Die einzelnen Geschosse treten individuell und gleichrangig in Erscheinung. Die horizontalen Gesimsbalken als Fensterüberdachungen aller Obergeschosse nehmen mit von Geschoß zu Geschoß leicht zunehmender Kragweite gemeinsamen Bezug auf das stark betonte, die Gesamtfassade überkragende Traufgesims. Die von Geschoß zu Geschoß nach oben hin abnehmenden Fensterhöhen lassen das haus optisch überhöht erscheinen. Die Achse der gleichmäßig ordnenden Spiegelbildlichkeit verdeutlichen zwei Stuckblumen auf den Mauerpfeilern am dritten Obergeschoß zwischen den beiden linken und rechten Fensterachsen und die mittlere, zentrale Dachgaube. Die grundlegend klassizistische Architektur bereichert, dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend, individuell abgewandelte Formelemente der Renaissance.

Der halbrunde Stützbogen mit profiliertem, vorderen Rand und Kante über zwei Pilastern, die ein schmales Bodenfeld aus einer Reihe beiger Achtecke auf quadratischen Fliesen mit hellblauen Zwickeln und eine Mäander-Rahmung miteinander verbindet, teilt den lang gestreckten Hausflur in zwei etwa gleichgroße Hälften. Die entsprechenden Bodenflächen bestehen aus quadratischen Fliesen mit dem Dekor eines diagonal gelegten Gitters in hellblau aus quadratischen Feldern. Die Kreuzungspunkte tragen ein vierseitiges, geometrisches Ornament in dunkelbraun. Hellblau und beige auf grauem Grund. Die Mitten der Zwischenräume sind mit achteckigen, hellbraunen Sternen auf beigem Hintergrund besetzt, die ein hellblauer Rand umgibt. Die Sterne sind aus Rhomben zusammengestellt, die aus dem Zentrum strahlenförmig gegeneinander abgesetzt sind. Die Bodenspiegel werden von dem Dekor eines bandförmigen Gitters mit quadratischen Zwischenräumen in dunklen Brauntönen und hellblauen Kreuzungspunkten der Gitterstäbe, beidseitig in Mäander gefaßt, und einem schwarzen, schmalen Randstreifen umgeben. Die Decken tragen in ihren Kehlen ungewöhnlich hohe (etwa 30 cm), sehr differenzierte Profile, die mittig eine schmale Stufe in einen unteren und oberen Bereich aufteilen. Der Dekor des Fliesenbodens im Treppenhaus, den die gleiche Rahmung wie im Hausflur umgibt, besteht aus großen, stilisierten, in Linien dargestellten Blüten auf vier quadratischen Fliesen, umgeben von einem schmalen, dunkelbraunen Rahmen. Die zwei- und gegenläufige, rechtswendende Steintreppe begleitet ein Holzgeländer mit ausgeprägten Würfeln im beginnenden oberen Drittel der Stäbe und ein Holzhandlauf. Der untere Lauf schließt um 90 Grad gewendelt an dem quadratischen Zwischenpodest an. Der Fliesenbelag der Stockwerkpodeste trägt den Dekor eines hellgrauen Diagonal-Gitters auf farbigem Untergrund in dunklen Tönen, umgeben mit beigem Band-Ornament und dunkelbraunem Randstreifen. Die Trittstufen sind an den Rändern überstehend angeformt, das äußere Ende der Antrittstufe im Erdgeschoß halbkreisförmig abgerundet. Die dreiteiligen, hohen, etwa quadratischen Fenster mit flachen Stichbögen geben dem Treppenhaus optimale Belichtung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0