Wohnhaus

Försterstraße 27 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2678
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Försterstraße 27, 50825 Köln
Baujahr1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1984
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die Försterstraße liegt überwiegend im westlichen, also jüngeren Teil Neuehrenfelds und ist eine mit einem leichten Bogen konzipierte Wohnstraße auf den Lenauplatz zu.

Das in vier breiten Achsen gegliederte Wohn- und Geschäftshaus aus dem Erbauungsjahr 1912 besitzt eine Putzfassade mit flacher, sehr zurückhaltender Stuckornamentik. Der zweigeschossige, zweiachsige Erker ist wegen der Ungleichheit der Seitenachsen nicht axial angeordnet. Die Übergiebelung des Zwerchhauses im DG deutet auf den späten, zur Neuen Sachlichkeit hin tendierenden Klassizismus hin, auf den auch die knappe Formensprache der akzentartig aufgesetzten Ornamentik sowie die ausgewogene Gliederung des Gesamtgebäudes hinweist. Die rückwärtige Fassade ist in Backstein gehalten. Der Eingang ist seitlich original verfliest, der ornamentierte Terrazzoboden führt auf die Terrazzotreppe mit Holzgeländer. Die Fenster und die Haustür wurde - wie auch die Wohnungstüren des 1. und 2. OG erneuert. Im 2. und 3. OG befinden sich einige originale Zimmertüren, im DG ist der Originalbestand (einschl. Wohnungstür) am besten erhalten. Städtebaulich ist das Haus ein wesentlicher Bestandteil der Bebauung des auslaufenden Historismus, wie er gerade für diesen Teil Neuehrenfelds jenseits des Gürtels typisch ist. Die relativ weitgehend original erhaltene Bebauung der Försterstraße aus den letzten Friedensjahren des Kaiserreichs ist ein unverzichtbares Dokument bürgerlichen Bauens, wo die Dekoration mit städtischem Wohnungsanspruch sich zu einer Einheit verbanden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0