ehem. Bahnhof
Pingenweg 1 · Heimersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2754 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | ehem. Bahnhof |
| Adresse | Pingenweg 1, 50767 Köln |
| Baujahr | um 1870 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.11.1984 |
| Stadtteil | Heimersdorf |
Das Haus ist bedeutend für die Menschen in Köln-Heimersdorf, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils im Norden Köln dokumentiert. Bis zum Ende des 19. Jh. bestand der Ort lediglich aus drei Hofanlagen. Um 1845 wurde in der Höhe dieses Weilers die Bahnstation "Longerich" an der Bahnlinie KölnNeuss angelegt. Als einzige der Hofanlagen blieb das Herrenhaus des Heuserhofs erhalten. In den 30er Jahren und vor allem in der Nachkriegszeit erfuhr der Ort seine städtebauliche Erweiterung durch umfangreiche Siedlungskomplexe mit Einfamilienhäusern.
(lt. Buch: "Nippes gestern und heute")
Der um 1855 erbaute ehemalige Bahnhof von Longerich steht noch ganz in der Tradition der frühen klassizistischen preußischen Bahnhofsbauten. Das zweigeschossige Gebäude weist auf beiden Längsseiten sieben Achsen auf, während die Giebelseiten je Geschoß von zwei Fenstern belichtet werden. Die Stuckfassade ist relativ aufwendig gegliedert. Während im EG die rundbogigen Fenster in einer klassizistischen Rustizierung eingebunden sind, werden die Fenster des OG vor allem durch Stuckrahmen mit oberem Gesimsabschluß geschmückt. Die mittleren drei Achsen werden durch einen Scheinrisalit mit klassizistischem Giebeldach, das die Traufkante des Satteldaches unterbricht, akzentuiert (Eingangsseite). Die Rückseite des Gebäudes wiederholt diese Gliederung ohne Scheinrisalit und Giebelüberfangung. An den Giebelseiten verdient der stark plastische ebene Fries unterhalb des Ostgangs mit den beiden feingliedrigen gekuppelten Bogenfenstern darunter besondere Beachtung. Es dokumentiert die allseitige Durchplanung des von preußisch-schinkelscher Tradition geprägten öffentlichen Bauens. Die ursprünglichen, noch vorhandenen Pläne weisen einen größeren Dachüberstand, ein Fenster in dem Kreis unter dem Mittelgiebel sowie zusätzliche geschmückte Zangen unter den Giebeln aus. Ein Pultdach zur Bahnseite hin wurde abgebrochen. Die innere Aufteilung bestand ursprünglich aus Wartesälen auf beiden Seiten des in der Mitte liegenden Vestibüls, wobei rechts 1. und 2. Klasse sowie Gastronomie lagen, links der Warteraum 3. und 4. Klasse. Rechts blieb eine hohe gußeiserne Säule mit Kompositkapitell erhalten; links wurden zwei gleiche Säulen in die neue Nutzung einbezogen. Eine auf der rechten Seite gelegene Holztreppe mit Holzgeländer führte in die ehemaligen Wohnungen des Hausmeisters, Vorstehers und Assistenten, während für die Lokomotivführer Dachkammern im 2. OG reserviert waren. Im 1. OG blieben weitgehend die originalen Mauerabtrennungen sowie überwiegend die Holztüren mit Holzgewänden erhalten. Teilweise alter Dielenboden. Das Gebäude wurde in eine Wohnnutzung für mehrere Familien überführt. Die Fenster wurden nach alten Vorlagen stilähnlich erneuert (originale Querwände in Fachwerk, selbsttragend). Das gesamte Gebäude ist mit einem differenziert aus Backsteingewölben gemauerten Keller unterfangen. Das relativ umfangreiche Bahnhofgebäude ist ein preußischer Normbau; ein gleicher Bahnhof soll sich in Vallendar bei Koblanz erhalten haben. Heute steht es nahe der Bahnlinie abseits von der Ortsbebauung von Longerich. Es ist als äußerlich original erhaltenes Gebäude an einer alten Bahnlinie von besonderer Bedeutung und unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0