Wohnhaus
Steinfelder Gasse 33 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2771 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Steinfelder Gasse 33, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.12.1984 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Kölner Altstadt, da es zum Restbestand der wenigen noch verbliebenen historischen Bauwerke gehört. Die Altstadt Kölns wurde im letzten Krieg über 90 % zerstört. Hier befand sich aber weitgehend schon nicht mehr die mittelalterliche Bebauung, die in Köln noch teilweise bis ins 19. Jh. bestanden hatte, sondern die historisierende Neubebauung des in Köln um die Mitte des 19. Jh. einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwungs. Dieser machte aus der durch den Aufstieg der Niederlanden entmachteten ehemaligen rheinischen Bürgerstadt mit ihren vielen Kirchen und Klöstern eine immer dichter besiedelte, bald die alten Mauern sprengende Großstadt. Die Entwicklungsgeschichte der Stadt blieb vor allem im Straßenraster - vom Straßenkreuz das römischen Lagers bis zu den Mauer- und Festungsringen - erhalten. Die Steinfelder Gasse ist eine auf St. Gereon zulaufende Wohnstraße mit überwiegender Neubebauung.
Das um 1895 erbaute fünfgeschossige Mietstockwerksgebäude besitzt eine reich geschmückte Werksteinfassade in historisierendem romantisch-gotischen Stil. Zweifellos ist dieses mit einer Achse (zur Rückseite zwei Achsen) außerordentlich schmale und dennoch aufwendig gebaute Giebelhaus an den Stil der nahe gelegenen Stiftskirche St. Gereon angelehnt, deren Differenzierung es vom romanischen Sockel bis zum gotisch ausgeschmückten Treppengiebel im Stil des 19. Jh. nachvollzieht. Reich verziert sich die beiden obersten Geschosse, wobei besonders das große Dachfenster mit Werksteinausfachung in Dreipässen große Beachtung verdient. Die Fassade ist ein einzigartiges Dokument der eigenständigen Gestaltungskraft des Historismus in Anlehnung an die bedeutende Kölner Stiftskirche, wobei leider die Zerstörungen des letzten Kriegs den historisch-baulichen Zusammenhang weitgehend vernichtet haben. Die Fenster und Haustür wurden erneuert. Im Innern ist die Terrazzotreppe mit Eisengeländer historisch. Städtebaulich ist dieses einzigartige Gebäude sowohl zur Sternfelder Gasse als auch zum Vorplatz der Kirche, dem Gereonsdriesch, maßstäblich bezogen. Hier ist die Mariensäule ein historischer Bezugspunkt. Zur eher barockisierenden Bebauung der Steinfelder Gasse bildet das Gebäude einen bewußten Kontrast.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0