Wohnhaus
Steinfelder Gasse 30 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7287 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Steinfelder Gasse 30, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1860 bis 1870 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1994 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut um 1860/70, rechteckiger Grundriß mit rückwärtigem Anbau, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, Stuckfassade mit Gliederungen in Werkstein in Formen des Klassizismus mit plastischen Schmuckdetails (Sockelzone nachträglich verkleidet mit afrikanischem Granit), 3 Achsen, Hauseingang rechte Achse, segmentbogig schließende Öffnungen, alle straßenseitigen Fenster sowie die Haustür erneuert. Rückseite: Vorderhaus zweiachsig, Backstein, z. T. verputzt, segmentbogig schließende Öffnungen, alle rückwärtigen Fenster sowie die Hoftür erneuert, der ursprünglich zweigeschossige Anbau heute eingeschossig. Im Innern original erhalten: Holztreppe mit Antrittspfosten, Geländer und Handlauf, Treppenpodeste mit Holzdielenböden, Innenwände z. T. als Fachwerk.
Gewölbekeller.
Rückwärtig originale Einfriedungsmauer um den Hof, Backstein, verputzt.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, die in der Kölner Altstadt verheerende Verluste der historischen Baukultur zur Folge hatten, wurden weite Teile der gebauten Umwelt, insbesondere die die Altstadt prägende Architektur des späten 19. Jahrhunderts aufgegeben. Den architektonischen und stadtplanerischen Vorstellungen der Nachkriegszeit entsprechend schuf man durch eine großzügige Planung ausgedehnte Freiflächen, die eine großräumige Gestaltung zur Folge hatte. Der Straßendurchbruch Nord-Süd-Fahrt mitten durch die Altstadt und seine architektonische Fassung führte weitgehend zu einer Entwertung des historisch gewachsenen Stadtgrundrisses und zu großmaßstäblich geplanter Bebauung. Im Bereich zwischen den Verkehrsachsen Friesen- und Christophstraße und Kaiser-Wilhelm-Ring und Tunisstraße liegt die schmale Steinfelder Gasse mit Wohn- und Mietwohnbebauung sowie kleingewerblicher- bzw. industrieller Gebäudenutzung auf gewachsenen, ursprünglich kleinteiligen Parzellen mit relativ alter Bausubstanz sowie einer Vielzahl dreigeschossiger Nachkriegsneu- und Wiederaufbauten. In diesem Ensemblebereich des 19. Jahrhunderts kommt dem Gebäude Steinfelder Gasse 30 mit nur wenigen weiteren Gebäuden der Entstehungszeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besondere Bedeutung zu. Das für die Kölner Stadtarchitektur typische, der rheinischen Bautradition verpflichtete Dreifensterhaus weist sparsam verwendete, jedoch aufwendig gestaltete Schmuckformen in Werkstein auf. Sowohl die profilierten Rahmungen der Öffnungen, die waagerechten Verdachungen der Belétage als auch die die Segmentbögen bekrönenden Keilsteine in Form der Rocaille sind bei der Nr. 30, wie auch bei dem Nachbargebäude Nr. 26 (ursprünglilch ebenfalls an dem Gebäude Nr. 28) in Stein gehauen und in die Fassade eingearbeitet. Diese kostspielige Fassadengestaltung, die bei der nur wenige Jahre später einsetzenden Massenbauweise des Historismus nur an herausragenden Gebäuden Anwendung fand, ist Indiz für die gehobenen Wohnansprüche der Bauherren und Mieter. Das Gebäude dokumentiert trotz mancher Verluste der Innengestaltung, überkommene Lebens- und Wohnformen innerhalb der historischen Altstadt Kölns und ist als gebautes Denkmal aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts unverzichtbarer Bestandteil der überlieferten Architektur.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0