Wohnhaus
Erzbergerplatz 4 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2785 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Erzbergerplatz 4, 50733 Köln |
| Baujahr | 1910 bis 1912 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.12.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet.
Das Gebäude Erzberger Platz 4 wurde ca. 1912, also relativ spät, noch mit Anklängen an den Jugendstil, jedoch schon in deutlichem Bezug zu moderenen Sachlichkeit gebaut und ist insgesamt in Ornamentik und tektonischer Gliederung der Archiktektur des Historismus zuzuordnen. Das fünfachsige Haus, dessen vorgerundeter Erker im 1. und 2. OG sowie DG über zwei EG-Fenstern steht, wird nach oben mit einem rundbogenartigen, drei Achsen überwölbenden Schmuckgiebel abgeschlossen. Das EG ist mit seinen fünf Fenstern und links seitlich angeordneter Tür mit Ausnahme der Türumrandung und einem durchlaufenden Fenstergesims schmucklos. In den beiden OGs werden die Fensterachsen durch zurückliegendene Brüstungsfriese senkrecht zusammengefaßt. Seine stärkste Ausprägung erhält dieses Element am Erker, dem durchlaufende Pfeiler zwischen den schmalen Fenstern eine senkrechte Strukturierung verleihen. Anklänge an die Kolossalordnung bewirken flache Pfeilervorlagen in den OGs. Über dem weit vorkragenden Dachabschluß wird das ausgebaute DG zu dem vorspringendem runden Mittelerker und je ein seitlich davon anschließendes Fenster durch ein halbrundes Giebeldach zusammengefaßt (eine weitere Dachgaube ist rechts vorhanden.) Die rückwärtige Fassade an einem kleinen Hof ist verputzt. Im Innern ist die Eingangshalle mit Marmorboden und Marmorplattierung an den Wänden sowie Jugendstil-Wand- und Deckenstuck unbedingt erhaltenswert (Terrazzotreppe mit Holzgeländer). Der Erzbergerplatz ist als Platz, aber auch in seiner Fassadeneinfassung ein Stück erhalten bebliebene Stadtstruktur des frühen 20. Jh. Das Haus Nr. 4 ist ein unverzichtbarer Teil dieses Ensembles und darüber hinaus ein signifikantes Beispiel für die zurückhaltende Fassandengestaltung des ausgehenden Jugenstils an der Wende der Moderne.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0