Wohnhaus
Erzbergerplatz 13 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2797 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Erzbergerplatz 13, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.02.1985 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Der Erzbergerplatz liegt im nördlichen, relativ spät erschlossenen Ensemblebereichs von Nippes, der vom Charakter her der gutbürgerlichen Bebauung um den Leipziger Platz entspricht.
Die vier Achsen breite und axial gegliederte Fassade an dem historischen Erzbergerplatz (früher: Königin-Luise-Platz) deutet mit seiner Dreigeschossigkeit und großzügigem Stuckdekor auf die noch heute gute Wohnlage in Nippes hin. Das um 1911 erbaute Haus gleicht genau dem Nachbargebäude Nr. 15; beide befinden sich etwa in der Mittelachse des baumbestandenen Platzes. Die vollständig original - mit schöner Haustür - erhaltene Fassade besitzt einen zweiachsigen Mittelerker, der von einem rundbogig abgeschlossenen Zwerchhaus bekrönt wird. Auch die floralen Stuckverzierungen - durch rauhen Farbüberzug leider etwas verunklart - gleichen denen des Nachbargebäudes und betonen, gleichsam strukturierend, die architektonische Großform. Hierzu gehören auch die Holzfenster mit ihren originalen geschnitzten Profilen. Die originale Jugendstil-Gesamtausstattung des Eingangs besteht aus leichten Stuckprofilen an Wänden und Decke sowie der Wandverfliesung im Jugendstil (Fußboden neu). Die Terrazzotreppe mit Eisengeländer sowie die kleinteilig verglasten Wohnungsabschlüsse und originalen Zimmertüren sind Zeugnisse der wirtschaftlichen und baukünstlerischen Blüte jener Zeit. Unter den abgehängten Decken dürften sich originale Stuckdekken befinden. Städtebaulich ist das Gebäude ein unverzichtbarer Teil der am unteren Ende (von Nr. 5 bis Nr. 13) des Platzes original erhaltenen Bebauung. Das Gebäude ist für den Charakter des Jugendstil-Platzes prägend.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0