Wohnhaus

Mauenheimer Straße 52 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8349
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mauenheimer Straße 52, 50733 Köln
Baujahr1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.08.1998
Stadtteil Nippes

1897; fünfgeschossiges Mietshaus in historistischen, stilpluralistischen Formen, traufständig, Satteldach.

Fassade: Teils stuckierte, teils backsteinsichtige Fassade, 4 Achsen, Rhythmisierung der Fassade durch engere Stellung der beiden mittleren bzw. Abrücken der äußeren Fensterachsen; geschoßweise Gliederung durch Gesimse und vornehmlich durch die Fenstereinfassungen (Fenster erneuert): niedriges Erdgeschoß, zusammen mit dem 1. Obergeschoß in Art eines mächtigen, klassischen Sockelgeschosses stuckiert; 2. und 3. Obergeschoß als dominierende Hauptgeschosse; Ausbildung des 2. OG als "Belle Étage" mit reicherer Gesimsfolge und profilierten Brüstungsfeldern unter den aufwendiger in gotisierendem Dekor eingefaßten Fenstern; 4. Obergeschoß analog einem niedrigen Mezzanin ausgebildet.

Seitenwände, Rückseite: Schlichte Giebelseiten als über Dach geführte Brandgiebel, Giebelabschlüsse in Rollschichtmauerwerk. Rückseite durchgängig mit Balkonen (Austritte über flachen Segmenttonnen, schmiedeeiserne Gitter) und linksseitig schmalem, vorspringendem Treppenhaus (backsteinsichtig).

Inneres: Unterkellert (flache Kappengewölbe in armiertem Schüttbeton); rückwärtig Holztreppe, Stichflur mit Fliesenboden; straßenseitig je Geschoß 2, rückwärtig je 1 Wohnraum, sowie Küche, Toiletten/Bad. Ursprüngliche Türen entfernt; z. T. schlichter Stuck in den Wohnräumen (kräftigere Stuckkehlen, Mittelrosetten mit floralen und figürlichen Motiven). Einfache Dachstuhlkonstruktion in Nadelholz.

Bestandteil des Denkmals ist auch die Hofmauer in Backstein.

Trotz des weitgehenden Verlusts seiner baufesten Ausstattung ist das Wohnhaus Mauenheimer Str. 52 ein insgesamt gut überliefertes Beispiel des Mietwohnbaus in Köln-Nippes am Ende des 19. Jahrhunderts und daher bedeutend für die Stadt Köln. Zusammen mit dem Nachbarhaus 1897 errichtet, vereinigt es zeittypische Gestaltung mit aktuellen bautechnischen Errungenschaften. So ist die Fassade ein stilpluralistischer Rückgriff auf unterschiedliche Bauformen: die Großgliederung mit hohem Sockel, betonten Hauptgeschossen und einer eigentümlichen Mischlösung zwischen Attikageschoß und Mezzanin beim 4. Obergeschoß in Anlehnung an klassizistisches Repertoire - das Fensterdekor hingegen als Aufnahme spätgotischer Zierelemente. Zeittypisch ist die Unabhängigkeit des Fassadenentwurfs vom eigentlichen Baukörper und seiner Grundriß- und Raumaufteilung: die Lage der Fenster ignoriert die dahinterliegende räumliche Situation, die Gesimsteilungen der Fassade finden keine Entsprechung in den Geschoßhöhen. Bautechnisch aktuell ist die Verwendung von armiertem Schüttbeton bei den Kellerdecken und den Balkonen.

Fortschrittliche Ansprüche an das Wohnen belegen die bereits in die Wohnungen integrierten Aborte und die rückwärtigen Balkone. Bauherr und erster Besitzer war ein Herr Prinz, während der Architekt bislang unbekannt geblieben ist. Die Mietklientel bestand überwiegend aus Handwerkern und kleinen und mittleren Angestellten. Die ablesbar erhaltene Aufteilung der Wohnungen, aber auch die moderneren Elemente des Wohnkomforts, lassen das Wohnhaus Mauenheimer Str. 52 zu einem besonderen wissenschaftlichen Dokument der Sozialgeschichte, aber auch der Volkskunde - hier der Hauskunde - werden.

Als Bestandteil eines noch weitgehend intakt erhalten gebliebenen Ensembles denkmalwerter Gebäude im Bereich Mauenheimer Straße/Schillstraße besitzt das Wohnhaus Mauenheimer Str. 52 zudem einen hohen städtebaulichen und stadtbaugeschichtlichen Wert: Zusammen mit dem Baudenkmal Mauenheimer Str. 50 zeugt es als ältester Bau von den nach 1895 begonnen Neu- und Umgestaltungsmaßnahmen im Bereich des sog. "Schillplatzes", zusammen mit der übrigen historischen Bebauung verdeutlicht es städtebauliche und stadtplanerische Grundzüge des Wohnhauses in Nippes vor dem ersten Weltkrieg.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0