Wohnhaus
Erzbergerplatz 9 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4649 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Erzbergerplatz 9, 50733 Köln |
| Baujahr | ca 1905 bis 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.06.1988 |
| Stadtteil | Nippes |
Die reich geschmückte Stuckfassade dokumentiert die Dekorationsfreude des spätwilhelminischen Bürgertums, das hier unter Verwendung klassischer Formelemente eine durchaus selbständige Architektursprache gefunden hat. Das Erdgeschoß ist stark plastisch rustiziert, das Kranzgesims reich ausgebildet, so daß die Erbauungszeit des Hauses eher auf 1905 - 07 angesetzt werden müßte.
Die Fenster im Erdgeschoß sowie die Eingangstür sind original. Durch die Toreinfahrt ist ein begrünter Hof mit Hinterhaus (Backsteinfassade mit orig. Fenstern) zugänglich. Im Innern besitzt der Eingang noch seine reiche historische Ausstattung mit Terrazzotreppe mit Eisengeländer, mit marmorbekleideten Seitenwänden sowie Wand- und Deckenstuck. In der Regel befindet sich auch noch ihre originalen JugenstilWohnungstüren und Zimmer-Rahmentüren aufweisen. Auch unter den Treppenabsätzen blieb der Deckenstuck erhalten, so daß dieses Gebäude außen wie innen den originalen Zustand der Erbauungszeit zeigt.
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte von Köln-Nippes, da es die Erstebebauung dieses Stadtteils dokumentiert und mit seiner typischen Fassade das Stadtbild prägt. Dieses Stadtbild wird bestimmt von den Miets- und Wohnhäusern einfacherer Bürger und Arbeiter, die in dem sich früh entwikkelnden Industrievorort ab heute des 19. Jahrhunderts entstanden.
Das um 1910 errichtete Mietsstockwerksgebäude ist ein wesentlicher Bestandteil des etwa ab 1905 bebauten Erzberger Platzes (früher: Königin-Luise-Platz), der relativ einheitlich mit Bauten des späten, meist geometrischen Jugendstils bzw. des in die Sachlichkeit übergehenden Spätklassizismus bebaut wurde. Das Gebäude besitzt eine symmetrische, dreigeschossige Fassade mit vier Achsen, von denen die beiden mittleren durch einen Erker betont werden. Darüber steht im Dachgeschoß ein charaktervoller Ziergiebel im Mansarddach; diese Dachform ist für die östliche Randbebauung des Erzberger Platzes typisch.
Städtebaulich ist das Objekt innerhalb der fast vollständig erhaltenen Randbebauung des Erzberger Platzes, die auf diese Seite von Nr. 5 bis Nr. 11 reicht, unverzichtbar, dokumentiert es doch damit den spätbürgerlichen, der Natur sich öffnenden Städtebau nach der Jahrhundertwende. Da auch die Platzanlage im wesentlichen original erhalten ist, ist das Ensemble für Köln von hoher städtebaulicher Bedeutung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0